US-Demokraten: Verhandlungen zu Coronahilfen festgefahren

In den zähen Verhandlungen um weitere Coronahilfen in den USA ist eine Einigung nach Angaben der Demokraten weiter nicht in Sicht. Die Demokraten seien bereit, ein geringeres Paket in Höhe von rund zwei Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) zu akzeptieren, Regierung und Republikaner blieben aber bei ihrem Vorschlag von rund einer Billion, so die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

Das ursprüngliche von den Demokraten vorgeschlagene Konjunkturpaket sollte rund drei Billionen Dollar kosten. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) sei eine weitere Verhandlungsrunde geplant, die Position der Republikaner und der Regierung sei aber extrem festgefahren, warnte Pelosi am Freitag.

Die Demokraten könnten „eine Billion runtergehen, wenn sie um eine Billion hochgehen, damit wir uns annähern“, sagte Pelosi im Kapitol vor Journalisten. Der US-Kongress hat seit Beginn der Pandemie bereits Konjunkturpakete in Höhe von rund drei Billionen Dollar verabschiedet - was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA entspricht.

Die Demokraten fordern unter anderem die Verlängerung eines erhöhten Arbeitslosengeldes von 600 US-Dollar (rund 510 Euro) pro Woche bis zum Jahresende. Die im März verabschiedete befristete Erhöhung war Ende Juli ersatzlos ausgelaufen, weil sich Republikaner und Demokraten nicht auf eine Folgeregelung einigen konnten. Zudem fordern sie eine zeitweise Aussetzung bestimmter Zwangsräumungen und Hilfen für Mieter. „Wir dürfen es nicht erlauben, dass unsere Kinder hungrig bleiben, wir können es nicht erlauben, dass Kinder obdachlos werden oder Angst haben, zur Schule zu gehen“, forderte Pelosi.

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US-Präsident Donald Trump wiederum hat gedroht, Teile des Konjunkturpakets einfach über Verfügungen durchzusetzen, falls es im Kongress bis Freitagabend keine Einigung geben sollte. Er will unter anderem die Verlängerung des Arbeitslosengeldes, das Moratorium für Zwangsräumungen und eine Steuersenkung durchsetzen. Experten bezweifeln jedoch, dass er viel durchsetzen könnte, denn Maßnahmen, die neue Mittel erfordern, müssen vom Kongress beschlossen werden.


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