Picknickdecke statt Moshpit beim Stoabeatz-Festival in Walchsee

Das Stoabeatz-Festival ging am Samstag als Picknick im Grünen über die Bühne. Ein Familientreffen mit Pop.

Mira Lu Kovacs von 5K HD.
© Ederegger

Von Barbara Unterthurner

Walchsee – „War was?“, fragte Mira Lu Kovacs von der Bühne. Ob sie etwas verpasst habe, seit ihrem letzten Auftritt Ende Februar. Eine rhetorische Frage, die von 500 Festivalgästen des ausverkauften Stoabeatz am Samstag doch mit Buhrufen für Corona, den Hauptact des diesjährigen, nicht existenten Festivalsommers, quittiert wird.

Natürlich, Corona durchquerte auch die Vorhaben des diesjährigen Festivals am Walchsee, das in den letzten sieben Jahren zu einem der größten Tiroler Indie-Festivals aufgestiegen ist. Auf dem Plan des Stoabeatz 2020 standen ganz klassisch: drei Festivaltage, ca. 20 Acts, Zeltplatz und Moshpit-Action.

Geworden ist es 2020 ein lauschiges Mini-Festival, das in Kooperation mit FM4 und Ink Music als „Picknick im Grünen“ realisiert wurde. Eine Veranstaltung mit Babyelefant: Auf ausgebreiteten Decken konnten es sich Grüppchen zu maximal vier Personen gemütlich machen. Auf der Bühne standen Lylit, 5/8erln in Ehr’n und 5K HD, mit Rapperin Yasmo als Host – quasi ein Familientreffen der Wiener Bands.

Gemeinsam feierte man die Rückkehr auf die Open-Air-Bühne: Lylit eröffnete mit stimmgewaltigem Pop, 5/8erln in Ehr’n schunkelten im lässigen Offbeat zu Songs aus ihrem neuesten Album. Richtige Festivalstimmung kam da nicht auf, das zum Rumlungern verdammte Publikum ließ sich berieseln. Aber sei’s drum, Hauptsache, es gibt Livemusik, scheint der Grundtenor bei den altersmäßig gut durchmischten Hörern.

Mit großem und großartigem Elektropop (5K HD mit Kovacs am Mikro) verabschiedete sich das Stoabeatz für heuer. Nächstes Jahr soll aber wieder ausgiebig gefeiert werden, Fiva oder Gewürztraminer haben sich bereits angesagt.


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