Mehr als 200 Mio. Euro Soforthilfe für Libanon zugesagt

Bei der internationalen Geberkonferenz für den Libanon sind nach Angaben des deutschen Außenministers Heiko Maas mehr als 200 Millionen Euro Soforthilfe zusammengekommen. Deutschland beteilige sich mit 20 Mio. Euro zusätzlich, sagte Maas am Sonntag dem ZDF. Frankreich nannte als Mitveranstalter der Konferenz keine Zahl für die Zusagen. Hunderte Demonstranten gingen indes in Beirut auf die Straße.

In ihrer Wut über die möglicherweise vermeidbare Explosion in Beirut sind am zweiten Tag in Folge Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Einige versammelten sich in Nähe des Parlamentsgebäudes und warfen Steine gegen Zäune und Barrieren, wie Augenzeugen berichteten. Sicherheitskräfte versuchten, sie mit Tränengas auseinanderzutreiben. Die Demonstranten seien trotzdem „entschlossen, diese Zäune zu durchbrechen“, sagte einer von ihnen der Deutschen Presse-Agentur. „Das Parlament ist für das Volk.“

Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die Regierung, die sie als verantwortlich sehen für die Explosion am vergangenen Dienstag mit mehr als 150 Toten und über 6.000 Verletzten. Tausende Menschen hatten deshalb am Samstag bereits friedlich demonstriert, ehe die Proteste dann teilweise in Gewalt umschlugen. Dem Roten Kreuz zufolge wurden dabei 250 Menschen verletzt, laut Sicherheitskräften wurde ein Polizist getötet.

In vergangenen Tagen waren internationale Rettungsteams in der Hauptstadt des Libanon eingetroffen, um nach Verschütteten zu suchen. „Zu diesem Zeitpunkt schwindet unsere Hoffnung, Überlebende zu finden“, sagte Oberst Roger Churi, Leiter der Militär-Experten am Ort der Explosion, nach einem mehrtägigen Such- und Rettungseinsatz. Am Hafen, wo es zu der Detonation kam, gelten noch 45 Menschen als vermisst.


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