Mehr als 250 Mio. Euro Soforthilfe für Libanon zugesagt

Bei der internationalen Geberkonferenz von Frankreich und den Vereinten Nationen (UNO) für den Libanon sind nach Angaben aus dem Élyséepalast 252,7 Millionen Euro Soforthilfe zusammengekommen. Frankreich trage davon einen Anteil von 30 Millionen Euro, berichteten Élyséekreise am Sonntag nach der Videokonferenz. Hunderte Demonstranten gingen indes in Beirut gegen die Regierung auf die Straße.

Bei der Demonstration in der libanesischen Hauptstadt kam es zu neuen Zusammenstößen zwischen der Polizei und regierungskritischen Demonstranten. Diese warfen mit Steinen auf Beamte, die eine Straße in Richtung des Parlaments abriegelten, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Die Polizei setzte Tränengas ein. Demonstranten brachen zudem in die Ministerien für Verkehr und Wohnungsbau ein.

Am Zugang zum Parlamentsplatz brach ein Feuer aus. Tausende Demonstrantenströmten dort und auf dem nahe gelegenen Märtyrer-Platz zusammen. „Wir wollen die Regierung zerstören und töten“, sagte ein 19-jähriger Mann. „Sie hat uns weder Jobs noch Rechte gegeben.“

Die Demonstranten sehen die Regierung als verantwortlich für die Explosion am vergangenen Dienstag mit mehr als 150 Toten und über 6.000 Verletzten. Tausende Menschen hatten deshalb am Samstag bereits friedlich demonstriert, ehe die Proteste dann teilweise in Gewalt umschlugen. Dem Roten Kreuz zufolge wurden dabei 250 Menschen verletzt, laut Sicherheitskräften wurde ein Polizist getötet.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

In vergangenen Tagen waren internationale Rettungsteams in der Hauptstadt des Libanon eingetroffen, um nach Verschütteten zu suchen. „Zu diesem Zeitpunkt schwindet unsere Hoffnung, Überlebende zu finden“, sagte Oberst Roger Churi, Leiter der Militär-Experten am Ort der Explosion, nach einem mehrtägigen Such- und Rettungseinsatz. Am Hafen, wo es zu der Detonation kam, gelten noch 45 Menschen als vermisst.


Kommentieren


Schlagworte