Lukaschenko gewinnt laut Prognose Wahl in Weißrussland

Amtsinhaber Alexander Lukaschenko hat laut offiziellen Prognosen die Präsidentschaftswahl in Weißrussland klar gewonnen. Laut der am Sonntagabend veröffentlichten Prognose errang Lukaschenko 79,7 Prozent der Stimmen. Seine wichtigste Rivalin Swetlana Tichanowskaja kam demnach auf 6,8 Prozent.

Laut Wahlkommission sollen einige Wahllokale, vor denen sich besonders lange Schlangen gebildet hatten, länger geöffnet bleiben. Internationale Beobachter waren zu der Abstimmung nicht zugelassen. Schon die vergangenen vier Urnengänge in der ehemaligen Sowjetrepublik wurden wegen Betrugs und Einschüchterungen von unabhängigen Beobachtern nicht anerkannt.

Befragt wurden den Angaben nach mehr als 12.000 Wahlberechtigte nach dem Urnengang. 30 Prozent von ihnen hätten keine Antwort geben wollen, hieß es. Unabhängigen Nachwahlbefragungen im Ausland zufolge soll Tichanowskaja 71 Prozent geholt haben, Lukaschenko erhielt demnach zehn Prozent. In Moskau kam es am Abend zu spontanen Protesten Hunderter Lukaschenko-Gegner. Sie riefen „Hau ab!“

Der mit harter Hand regierende Amtsinhaber Lukaschenko kandidierte für eine sechste Amtszeit - er ist bereits seit zweieinhalb Jahrzehnten an der Macht. Beobachter rechneten bereits vor der Wahl mit einem klaren Sieg Lukaschenkos. Die Oppositionskandidatin Tichanowskaja hatte in den Wochen vor der Wahl aber massiv an Zustimmung gewonnen.

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Die 37-Jährige trat an, nachdem ihr Mann, der bekannte Blogger Sergej Tichanowski, inhaftiert und von der Wahl ausgeschlossen wurde. Tausende Menschen nahmen an ihren Wahlkampfveranstaltungen teil, obwohl die Behörden vor der Wahl massiv gegen die Opposition vorgingen.

Die Lage in der weißrussischen Hauptstadt war am Wahltag angespannt. In ganz Minsk waren Polizeipatrouillen zu sehen, Regierungsgebäude wurden mit Metallbarrieren abgeriegelt. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP von gepanzerten Fahrzeugen und bewaffneten Soldaten an wichtigen Zufahrtsstraßen. Im Wahlkampf waren Hunderte Menschen festgenommen worden. Auch am Wahltag gab es viele Festnahmen in der Ex-Sowjetrepublik.


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