Baustellen in Innsbruck sind auf radfreundliche Art konzipiert

Trotz Großbaustelle blieb und bleibt die Mühlauer Brücke stets für Radfahrer offen – derzeit etwa in Form dieses Beidrichtungsradweges.
© Domanig

Innsbruck – Fußgänger und Radfahrer seien nicht nur die schwächsten Verkehrsteilnehmer, sondern auch besonders „umwegempfindlich“, konstatiert Innsbrucks Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne). Daher habe man zuletzt verstärkt darauf geachtet, auch Radfahrer bei der Baustelleneinrichtung mitzudenken – wie das bei Fußgängern schon lange der Fall sei. Nun hat die Stadt konkrete Grundsätze und Empfehlungen für Bauherren und Baufirmen im Leitfaden „Führung des Radverkehrs im Baustellenbereich“ gebündelt.

Als Beispiel, wie das funktionieren kann, nannte Schwarzl beim gestrigen Lokalaugenschein die Großbaustelle bei der Mühlauer Brücke, die bis Herbst abgeschlossen wird: „In jeder der drei Bauphasen war Radverkehr in beide Richtungen möglich“ – derzeit durch einen Beidrichtungsradweg auf der Fahrbahn.

Die nun im Merkblatt systematisch festgehaltenen Grundsätze lebe man schon länger, betonten die städtische Baustellenkoordinatorin Martina Gura und Gudrun Gatternigg vom Referat Straßenverkehr und Straßenrecht – aktuell etwa auch bei der Radwegsperre zwischen Innsbruck und Völs (wo neue Gasleitungen verlegt werden), bei der Großbaustelle der Innsbrucker Kommunalbetriebe in Pradl oder in der Herrengasse, die trotz Kanalschachtverlegungen für Radfahrer offen bleibt. Lob für die neue „Fibel“ kommt von Christia­n Schoder von der Fuß- und Radkoordination.

Den von der Opposition oft geäußerten Vorwurf, Baustellen in Innsbruck seien schlecht abgestimmt und produzierten Verkehrschaos, weist Schwarzl klar zurück. Vielmehr gebe es ein „ausgeklügeltes System“ der Koordination – nicht nur bei der Verkehrsverhandlung, sondern auch bei vierzehntäglichen Baustellen-Jours-fixes mit Baufirmen und Leitungsbetrieben sowie vierteljährlichen Sitzungen der strategischen Infrastrukturplanung, zu denen auch Land und Asfinag beigezogen würden. Und: Die Zahl der Baustellen sei jedes Jahr etwa gleich groß. (md)


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