Entscheidung ist gefallen: Imst bekommt neue Bergbahnen

Der Neubau der Imster Bergbahnen soll an die 25 Millionen Euro kosten und 2021 starten. Vorläufiges Aus für Zentrumsbahn und City Coaster.

Die Stadt Imst, Imst Tourismus und die Imster Bergbahnen nehmen die Erneuerung der Liftanlagen in Hoch-Imst in Angriff.
© Imster Bergbahnen

Von Thomas Parth

Imst – „Die Perspektive einer Stadtanbindung erscheint weiterhin attraktiv“, erklärte BM Stefan Weirather jüngst auch den Imster Gemeinderäten: „Nur würde sie realistisch ein mehrjähriges Genehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang nach sich ziehen.“ Damit würde sich allerdings auch die Erneuerung der Liftanlagen in Hoch-Imst verzögern. Dies wollen die Gesellschafter, allen voran die Stadt Imst und Imst Tourismus, sowie eine Reihe von Kleingesellschaftern vermeiden.

Stattdessen hat nun der Aufsichtsrat der Imster Bergbahnen grünes Licht für den Neubau in Hoch-Imst gegeben. Bereits nach dem Ende der Sommersaison 2021 soll der Neubau der Liftanlagen in Hoch-Imst in Angriff genommen werden. Von Hoch-Imst zur Untermarkter Alm wird dann eine 10er-Einseil­umlaufbahn (EUB, Anm.) die Bestandsanlage ersetzen. Bis hinauf auf das touristisch interessante Alpjoch sind zusätzlich zwei Varianten – einmal als Sessellift oder als Gondelbahn – mit Verlängerung bis zum Grat vorgesehen. Die Kosten dafür belaufen sich je nach technischer Ausführungsvariante auf 22 bis 25 Millionen Euro.

Bereits im Vorjahr hat das Kontroll-Gremium der Imster Bergbahnen eine Machbarkeitsstudie zur Erneuerung des bestehenden Angebotes in Auftrag gegeben. Ausgelotet wurden darin vor allem die Möglichkeiten einer Erneuerung der Bestandsanlagen. Darüber griff das vom Sachverständigen Robert Horntrich ausgearbeitete Konzeptpapier auch das Projekt einer Seilbahnanbindung aus dem Zentrum der Stadt nach Hoch-Imst auf. Vorgesehen wäre dafür auch die Errichtung eines „City Coasters“ gewesen, die TT berichtete.

Die Anbindung ins Stadtgebiet hätte inklusive eines Fußgängertunnels vom Jonak-Parkplatz zur Talstation zusätzliche Kosten von weiteren 25 Millionen Euro verursacht. Das Budget für das Gesamtprojekt wäre somit auf 50 Millionen Euro angewachsen.

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Eine Vorbeurteilung durch das Land Tirol ergab zwei Ausschlusskriterien, da die Anbindung von der Stadt aus als Skigebietserweiterung gesehen wird und weil der geschützte Landschaftsteil, die Rosengartenschlucht, berührt würde. Außerdem verweist die Vorbeurteilung auf die geologisch labile Situation des Geländerückens hinter der Kramergasse. Wesentlich aufwändigere Baumaßnahmen für den geplanten Fußgängertunnel mit erheblichen Mehrkosten wären die Folge.

Imst-Tourismus-Obmann Hannes Staggl bekundete die Bereitschaft zur anteilsmäßigen Übernahme der Projektkosten. Staggl streicht die herausragende Bedeutung der Imster Bergbahnen für die gesamte Region hervor: „Wir befinden uns in Imst in der erfreulichen Situation, dass Einheimische ebenso wie unsere Gäste dem Ski- und Wandergebiet sowie dem Alpine Coaster in Hoch-Imst großen Zuspruch schenken. Die Bergbahnen bilden eines unserer zentralen touristischen Angebote. Es ist wichtig, dass wir nun gemeinsam mit der Stadt Imst an einem Strang ziehen und damit diese historische Investition ermöglichen. Sie bildet ein sichtbares Bekenntnis für die Zukunft unserer Bergbahnen.“


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