Neue Proteste in Weißrussland gegen Wahlfälschungen

Nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl in Weißrussland (Belarus) ist es am Montagabend erneut zu Protesten gekommen. In der Hauptstadt Minsk zogen viele Menschen ins Zentrum, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Ein Reuters-Reporter berichtete von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Es habe mehr als 30 Festnahmen gegeben.

Die Beamten hätten Demonstranten aus der Menschenmenge gezogen und mit Schlagstöcken angegriffen, hieß es. Ganze Straßen waren abgesperrt. Zu sehen war auch, wie Demonstranten vor Einsatzkräften wegliefen. Andere blockierten Kreuzungen.

Aufrufe zu Protesten gegen Wahlfälschung gab es auch in anderen Städten des Landes. Auch von dort gab es Berichte, dass Polizisten zentrale Plätze mit Schutzgittern abgesperrt haben. Zuvor hatte die Wahlleitung der ehemaligen Sowjetrepublik den amtierenden Staatschef Alexander Lukaschenko mit 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Herausforderin Swetlana Tichanowskaja kam demnach auf nur 10 Prozent. Sie erkennt das Ergebnis nicht an und verlangt eine Neuauszählung der Stimmen.

Den Protesten will sich Tichanowskaja ihrem Wahlkampfstab zufolge zunächst nicht anschließen, um die Polizei nicht zu provozieren. Lukaschenko, der bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht ist, regiert das Land zwischen Polen und Russland mit harter Hand. Bereits in der Nacht zum Montag waren landesweit Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Es kam zu blutigen Zusammenstößen mit mehr als 3.000 Festnahmen und vielen Verletzten.


Kommentieren


Schlagworte