WSG-Manager Köck: „Es wird bei uns keinen Königstransfer geben“

Der Startschuss für die zweite Bundesliga-Chance der WSG Tirol ist gefallen. Die lange Transferphase (bis 5.10.) könnte jedoch eine komplizierte werden.

Michael Svoboda soll vor einem Wechsel in die Serie B stehen.
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Von Tobias Waidhofer

Wattens – Während sich neben­an die Badegäste im Wattener Alpenbad die Sonne auf den Bauch scheinen ließen und willkommene Abkühlung im Sprungbecken suchten, wurde im VIP-Raum des Gernot-Langes-Stadion über die Vergangenheit, die Gegenwart und vor allem die Zukunft der WSG Tirol gesprochen.

Seit Mittwoch kann der Doch-Bundesligist für die oberste Liga planen, seit Montag stehen auch alle Spieler, deren Verträge sich mit den Klassenerhalt automatisch verlängerten, am Platz. „Wir sind trainings- und spielfähig“, hört man vor dem ersten Test am Samstag (17 Uhr, Neustift) gegen den rumänischen Vizemeister Universitatea Craiova aus dem Mund von Manager Stefan Köck. Aber natürlich gelte es nun, die Abgänge „adäquat zu ersetzen“. Einer dieser Abgänge (neben Ione Cabrera, Felix Adjei, Stefan Maierhofer und Lukas Grgic) ist Michael Svoboda, der in die zweite italienische Liga tendieren soll. Ein anderer könnt­e Sebastian Santin sein, der mit dem Schweizer Erstliga-Aufsteiger FC Vaduz verhandelt. Eines stellte Köck gestern klar: „Es wird bei uns keinen Königstransfer geben, bei dem jeder mit der Zunge schnalzt und sagt: Das ist er.“

Flügelflitzer Sebastian Santin verhandelt mit dem FC Vaduz.
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Natürlich würde auch Trainer Thomas Silberberger gerne mehr als die aktuell 20 Spieler auf dem Trainingsplatz begrüßen, trotzdem betont der Wörgler, dass man geduldig sein müsse. „Je näher das Ende des Transferfensters (5.10., Anm.) rückt, desto billiger werden die Spieler. Und bevor ein namhafter Spieler ein halbes Jahr zum AMS geht, schließt er sich vielleicht doch lieber der WSG Tirol an.“ Insgesamt 55 mögliche Neuzugänge würden auf einer Liste für fünf bis sechs Positionen stehen. Gesucht wird in der Innenverteidigung (Testkandidat Raffael Behounek), links hinten, im zentralen Mittelfeld, auf der Außenbahn und im Angriff, wo aktuell „nur“ Kelvin Yeboah und Zlatko Dedic im Aufgebot stehen. Und als Nachfolger von Pascal Grünwald soll auch ein neuer (Ersatz)-Keeper kommen: Neben Trainingsgast David Stemmer werden in den kommenden Tagen auch Bernhard Unger (Mattersburg/21) und Thomas Turner (OÖ Junior­s/22) getestet.

„Es wird bei uns keinen Königstransfer geben, bei dem jeder mit der Zunge schnalzt und sagt: Das ist er", sagt Stefan Köck
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Neuzugänge gibt’s auch im Betreuerteam: Weil sich Athletiktrainer Johannes Grünbichler und Physiotherapeut Lukas Stolz zum FC Wacker verabschiedeten, wurde eine Partnerschaft mit der Firma Physio 1.0 von Patrick Grassnig und Ex-WSG-Kicker Simon Nimmervoll eingegangen. Der neue Athletiktrainer heißt indes Chris Jones – professionelle(re) Strukturen, die auch auf dem Feld Wirkung zeigen sollen.

„Viele Vereine spielen auf Abwarten“, meint Trainer Silberberger mit Blick auf die Konkurrenz. Die Admira präsentierte jedenfalls gestern mit Ex-Nationalkeeper Franz Wohlfahrt einen neuen Sportvorstand, der plant, das Image der grauen Maus bei der Admir­a auszuradieren ...

„Bevor ein namhafter Spieler ein halbes Jahr zum AMS geht, schließt er sich vielleicht doch der WSG Tirol an", sagt WSG-Trainer Thomas Silberberger.
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Natürlich wurde Finanzvorstand Hubert Vogelsberger gestern auch auf die Turbulenzen bei Hauptsponsor Swarovski angesprochen. Auf die WSG habe das (noch) keinen Einfluss: „Für das laufende Spieljahr ist alles in trockenen Tüchern.“ Aber natürlich müsse man nun die geschäftspolitischen Entscheidungen des Konzerns abwarten und schaue­n, „wie viel Geld uns zukünftig zur Verfügung steht“.

Es ist also noch viel zu tun, bevor sich auch die WSG-Verantwortlichen – so wie gestern die Gäste im benachbarten Alpenbad – die Sonne auf den Bauch scheinen lassen können.


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