Tirolerin im Basketball-Nationalteam: „Wir werden wieder gehört“

Tirols Basketballerin Julia Köppl ist als Co-Kapitänin Teil des „neuen“ Nationalteams.

Die 29-jährige Innsbruckerin Julia Köppl (r.), die in London lebt und für die Sevenoaks Suns spielt, ist eine der großen Stützen im Team.
© Ernst Weiss

Von Roman Stelzl

London – Wer schön länger nichts mehr vom Damen-Nationalteam im Basketball gehört hat, darf sich nicht wundern. Seit 2014 bestritten die Österreicherinnen kein Länderspiel mehr, bei der „Europameisterschaft der kleinen Länder“ ging man als Champion der dritthöchsten Klasse (87:81 gegen Island im Final­e) erfolgreich in den „Ruhestand“. Danach wurde es ruhig. Für eine lange Zeit.

Gut sechs Jahre später stehen 17 Damen in der Schwechate­r Basketballhalle. Sie vertreten die Farben Rot-Weiß-Rot, testen Formationen, suchen Grob- und Feinabstimmung. Was sie eint, ist das Ziel: die Europameisterschaft 2023, dieses Mal aber in der höchsten Kategorie.

Es ist der erste Lehrgang des Teams nach sechs Jahren Pause – und es ist zugleich die Wiedergeburt der Nationalmannschaft, die unter Neo-Präsident Gerald Martens einen Aufschwung erlebte und neu belebt wurde.

Mit dabei ist Julia Köppl, 29, Center, in Innsbruck geboren und aufgewachsen und seit 2009 eine Weltenbummlerin in Sachen Basketball. Die 1,84 Meter große Spielerin trat in Deutschland und den USA an, seit 2017 spielt sie in Großbritannien. Nun ist Köppl beim Lehrgang des Verbands (ÖBV) als erfahrene Co-Kapitänin an Bord. Und das mit voller Überzeugung. „Ich hab­e dem Nationalteam meine Karriere zu verdanken und bin froh, dass es jetzt wieder losgeht“, sagt Köppl, die auch die neue Situation unter Neo-Coach Hubert Schmidt herausstreicht: „Es hat sich viel geändert im Verband. Unsere Stimme zählt jetzt mehr, wir werden wieder gehört.“

Inwieweit das Ziel EM 2023 auch ein realistisches ist, vermag die Tiroler Einzelkämpferin („Aus meinem Bundesland war ich die Einzige im Team“) nicht zu sagen. 2021 soll es aber hoffnungsvoll mit den Quali-Spielen losgehen. „Wir haben viele gute Spielerinnen und viel Qualität. Ich bin mir sicher, dass einiges möglich ist“, ergänzt Köppl.

Wie genau es für sie bei den Sevenoaks Suns (Meister 2019) weitergeht, vermag die Wahl-Londonerin, die erst vor Kurzem eine Wohnung im Norden der Stadt kaufte, aufgrund der Corona-Pandemie nicht zu sagen. „Wir sind einige Schritte hinter Österreich“, erklärte die studierte Grafikerin, die auf einen Saisonstart Mitte Oktober hofft. In der Zwischenzeit wurde nicht Däumchen gedreht, sondern der Master-Abschluss gemacht. Und an neuen Zielen würde es jetzt ja nicht fehlen.


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