Ärger über Ausnahme von Bausperre in Mayrhofen

Während der Sommersaison gilt in Mayrhofen eine Aushub- und Baggersperre. Doch die Gemeinde setzt sich übers Verbot hinweg. Das sorgt für Unmut.

Vor dem Mayrhofner Sozialzentrum entsteht eine mobile Wohneinheit. Die Bauarbeiten konnten nicht warten.
© Privat

Mayrhofen –Als kürzlich in Mayrhofen vor dem Sozialzentrum die Bagger auffuhren, kannten sich einige Mayr­hofner gar nicht mehr aus. Denn eigentlich gilt von Mitte Juni bis September eine Aushub- und Baggersperre. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum das jetzt Knall auf Fall gemacht werden muss“, ärgert sich ein Anrainer. Auch andere beschweren sich über die Arbeiten mitten in der Saison. Man verstehe nicht, warum das Verbot für die Gemeinde selbst nicht gelte.

Gebaggert wird für eine mobile Wohneinheit. Denn das Wohn- und Pflegeheim in Zell am Ziller muss saniert werden und die Bewohner brauchen während der Bauzeit eine Unterkunft. Die entsteht in Mayrhofen vor dem Sozialzentrum, da beide Häuser der Kaiser-Franz-Josef-Stiftung gehören. „Vom Zeitplan her ginge es nicht anders. Alles ist relativ knapp kalkuliert. Im November werden die Bewohner von Zell nach Mayr­hofen übersiedelt. Danach folgt direkt der Abriss“, sagt Robert Pramstrahler.

Der Zeller Bürgermeister ist zugleich Stiftungsvorsitzender. Die Mayrhofner Bürgermeisterin Monika Wechselberger erklärt auf TT-Anfrage, dass aufgrund des öffentlichen Interesses am Bau der mobilen Wohneinheiten eine Ausnahme im Gemeindevorstand beschlossen wurde. Immerhin umfasst die Stiftung 17 Gemeinden im hinteren Zillertal.

„Und gerade das ist im Zillertal wichtig“

Als illegal empfinden einige Mayrhofner, dass zusätzlich von einem benachbarten Bau, der aufgrund des Verbots bis September stillstehen muss, das Aushubmaterial zur Baustelle der mobilen Wohnanlage gebracht wird. „Das ist einfach nicht vertretbar“, meint einer der Anrainer.

„Wir haben alles mit der Bezirkshauptmannschaft abgeklärt“, sagt Wechselberger auf TT-Anfrage. So könne man bis zu 400 Lkw-Fahrten durch den Ort vermeiden. „Die Nachbarin hätte ihren Aushub zur Deponie bringen müssen. Und wir benötigen genau die Menge“, erklärt die Bürgermeisterin. Laut Pramstrahler eine Möglichkeit, um Verkehr zu vermeiden. „Und gerade das ist im Zillertal wichtig“, sagt er.

Durch die Ausnahme bleibt für die Anrainer aber eine schiefe Optik, immerhin sei das Projekt in Zell schon lange in Planung und man hätte sich wohl an die Baggersperre halten können. (emf)


Kommentieren


Schlagworte