Ministerinnen kündigen Job-Offensive für Frauen an

Die ÖVP-Ministerinnen Raab und Aschbacher beteuern, Frauen verstärkt in den Arbeitsmarkt bringen zu wollen. Großflächig sollen Schulen im Herbst nicht geschlossen werden, sagen sie.

Home-Office, Home-Schooling und mehr: Vor allem Frauen müssen in der Corona-Krise viel schultern.
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Wien –Die Corona-Pandemie hat die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Ende Juli waren 432.539 Menschen auf Jobsuche oder in Schulung. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 107.333 oder 33 Prozent mehr Menschen.

Eine aktuelle Detail-Auswertung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zeigt, dass Männer zu Beginn der Pandemie im März stärker vom Beschäftigungsrückgang betroffen waren als Frauen, im April und Mai war das Geschlechterverhältnis ausgewogen. Im Juni verloren relativ mehr Frauen als Männer ihren Arbeitsplatz. Bereits vor der Corona-Krise war die Arbeitslosigkeit bei den Frauen höher als bei den Männern.

Susanne Raab
(Frauenministerin): „Wir werden das Aussetzen des Unterrichts so punktuell, so regional und so kurz wie möglich halten.“
© APA

Frauenministerin Susanne Raab und Arbeits- und Familienministerin Christine Aschbacher (beide ÖVP) beteuern, Frauen stärker in den Arbeitsmarkt bringen zu wollen. Doch Sorgen bereitet vielen Frauen, wie es mit der Schule im Herbst weitergeht. „Wir können ihnen sagen, dass wir das Aussetzen des Unterrichts so punktuell, so regional und kurz wie möglich halten werden“, sagt Raab. Auf jeden Fall müssten die Schulen für Kinder offen sein, die zuhause keine Betreuung haben. Eine Mehrfachbelastung wie Home-Office, Home-Schooling und Haushaltsführung wolle man vermeiden.

Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt befindet Raab: Wichtig sei, dass es keinen Rückschritt für die Frauen gebe. Sie sollten wieder in äquivalenten Positionen einsteigen – mit mindestens dem gleichen Gehalt. Und man wolle „die Chance nützen“, Frauen besser zu qualifizieren, „damit sie in besser bezahlte Berufe kommen. Wir werden alle Corona-Effekte, die sich ergeben könnten, auch abfedern.“

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Christine Aschbacher
(Arbeitsministerin): „Wir wollen Frauen besser qualifizieren und etwa in technische Berufe bringen, die besser bezahlt sind.“
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Dabei verweisen die Ministerinnen auf die Corona-Hilfen der Regierung, von denen auch Frauen profitieren würden. So gebe es für Unternehmerinnen den Härtefallfonds, für Arbeitnehmerinnen die Kurzarbeit, für Mütter den Kinderbonus, für arbeitslos gewordene Frauen Mittel aus dem AMS. Und für Frauen in Branchen mit niedrigem Einkommen, etwa im Handel und in der Pflege, wirke die Steuerreform, bei der der Eingangssteuersatz von 25 auf 20 Prozent gesenkt wird.

In der geplanten Corona-Arbeitsstiftung soll es einen Frauen-Schwerpunkt geben, kündigt Aschbacher an. Auch sie sagt, es gehe darum, Frauen besser zu qualifizieren und etwa in technische Berufe zu bringen, die besser bezahlt sind als andere.

Kritik an den Maßnahmen der Regierung kommt von SPÖ, NEOS und Gewerkschaft. Die Oppositionsparteien sind enttäuscht ob der Ansagen der Ministerinnen. Die Frauensprecherinnen vermissen konkrete Maßnahmen; der Gewerkschaft fehlt es an solchen ebenso. (sas)


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