Soros warnt vor akutester Krise seit Zweitem Weltkrieg

Der aus Ungarn stammende amerikanische Finanzinvestor George Soros warnt vor der akutesten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg infolge der Coronavirus-Pandemie. „Wir erleben eine revolutionäre Situation mit unvorhersehbaren Entwicklungen. Die Menschen sind desorientiert und verunsichert“, so Soros im Interview mit der Tageszeitung „La Repubblica“ anlässlich seines 90. Geburtstags am Mittwoch.

„Europa ist fragiler als die USA, da es sich um eine unvollständige Union handelt, mit vielen internen und externen Feinden“, sagte Soros. Zu den internen Feinden zählte Soros antieuropäische Politiker, wie Viktor Orban in Ungarn, Jaroslaw Kaczynski in Polen, den Lega-Vorsitzenden Matteo Salvini und die Chefin der postfaschistischen Partei „Fratelli d ́Italia“ Giorgia Meloni in Italien.

Über die Situation in Italien zeigte sich der Mäzen besorgt. Die Regierung basiere auf einer zersplitterten Koalition aus Sozialdemokraten und Fünf Sterne-Bewegung, die nur deswegen zusammenbleiben würden, um Neuwahlen zu verhindern, die „antieuropäische Kräfte“ gewinnen würden. „Die Frage ist, ob Europa in der Lage sein wird, genug zur Stützung Italiens zu unternehmen“, sagte der 1930 in Budapest geborene Hedgefonds-Manager.

Soros kritisierte auch die Trump-Administration in den USA. „Trump ist ein vorübergehendes Phänomen, das hoffentlich schon mit den Wahlen im November zu Ende gehen wird“, sagte Soros, der Trump als „Betrüger“ bezeichnete.

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Die Bewegung „Black lives matter“, die er mit 220 Millionen Dollar (186,71 Mio. Euro) unterstützt hat, bezeichnete er als „wirklich wichtig“. „Erstmals erkennt ein Großteil der Bevölkerung, nicht nur Afroamerikaner, die aktuelle Diskriminierung gegen farbige Menschen“, so Soros.


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