Alkohol am Steuer: NEOS schießen sich auf SP-Dornauer ein

Mit gerichtlich bestätigtem Waffenverbot kommt auch eine Alko-Fahrt aus dem Jahre 2016 ans Tageslicht.

Georg Dornauer, SP-Landeschef und Bürgermeister von Sellrain, will die alkoholisierte Fahrt im Jahr 2016 nicht kommentieren.
© Liebl

Innsbruck – Georg Dornauer wollte einen Schlussstrich unter die Causa ziehen. Der Sellrainer Bürgermeister und SP-Landesparteivorsitzende will das unlängst vom Landesverwaltungsgericht (LVwG) bestätigte, unbefristete Waffenverbot nicht bekämpfen, die TT berichtete. Dieses war gegen den Jäger und Jagdleiter verhängt worden, nachdem Dornauer im November des Vorjahres seinen Pkw am Flughafen Innsbruck abgestellt hatte – mit offener hinterer Seitenscheibe und geladenem Jagdgewehr (in einer Tasche) am Rücksitz. Für dieses Fehlverhalten hat sich Dornauer entschuldigt.

Doch im Zuge des inzwischen veröffentlichten LVwG-Erkenntnisses holt Dornauer nun die Vergangenheit ein. Selbiges lasse darauf schließen, dass es sich „nicht nur um eine, wie von ihm behauptet, kleine Unachtsamkeit handelte“, schoss sich NEOS-Landeschef Dominik Oberhofer gestern per Aussendung auf Dornauer ein. Der rote Landesparteichef, so Oberhofer, habe schon mehrere Einträge im Verwaltungsstrafregister vorzuweisen, „etwa wegen Alkohols am Steuer“. Die harte Strafe sei deshalb „mehr als zu Recht verhängt worden“.

Tatsächlich wurde Dornauer auf das Vorbringen, bislang einen völlig einwandfreien Lebenswandel gehabt zu haben, vor Gericht sein Auszug aus dem Verwaltungsstrafregister vorgehalten. Folglich musste Dornauer mit Straferkenntnis vom Jänner 2016 1000 Euro wegen Übertretung nach Paragraf 5, Abs. 1 Straßenverkehrsordnung (Alkohol am Steuer) zahlen. Da war Dornauer freilich weder SP-Chef noch Bürgermeister. Letzteres wurde er aber nur einen Monat später. Im März 2016 folgten weitere Verkehrsstrafen nach Paragraf 4 (Verkehrsunfälle; Sachschaden) über 200 und zweimal je 250 Euro.

Dornauer wollte seine mutmaßliche Alko-Fahrt 2016 auf TT-Anfrage nicht kommentieren und verwies auf seinen Rechtsanwalt Mathias Kapferer. Dieser bestätigt besagten Verwaltungsstrafregisterauszug. Für Kapferer habe das LVwG durch Verknüpfung eben mit der Causa Waffenverbot aber eine „harte Linie“ verfolgt. (mami)


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