Tour auf die Rofanspitze: Aller Anfang ist leicht

Der TT-Tourentipp führt diese Woche auf die Rofanspitze oberhalb von Maurach am Achensee: mit Bahn-Unterstützung und geeignet für Anfänger sowie größere Kinder.

Das Gipfelkreuz auf der Rofanspitze.
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Maurach – Das Rofangebirge steht ein wenig im Schatten des Karwendel, zu Unrecht, wie sich immer wieder herausstellt. Die Berge sind zwar nicht so steil und schroff, dafür erweckt die Landschaft den Eindruck, als hätte ein Kind im Sand gespielt und alles wäre dann zu Stein erstarrt. Da gibt es schöne Böden, dazwischen wieder interessante Bergformationen sowie Seen in Herz-Form.

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Die Tour auf die 2259 Meter hohe Rofanspitze, dritthöchster Gipfel im Rofan, entführt in diese faszinierende Gegend und ist ein ideales Ziel gleich für mehrere Gruppen. Zum einen für größere Kinder, da lediglich rund 500 Höhenmeter bewältigt werden müssen und das Gelände mit keinen grob-gefährlichen Stellen aufwartet. Zum anderen für Bergsteiger-Anfänger oder solche, die Knieprobleme haben – denn mit Bahn-Unterstützung kann man sich einiges an zu bewältigenden Höhenmetern ersparen.

So kommt man hin: In Maurach steuert man die Talstation der Rofan-Seilbahn an, die ersten Höhenmeter hinauf werden mit der Bergbahn gemacht (nicht vergessen, Maske mitzunehmen). Betriebsbereit ist diese ab 8 Uhr und wenn man früh dran ist, dann wird man in diesem Gebiet auch noch relativ allein unterwegs sein. Ansonsten ist das Rofangebirge in diesem Abschnitt – wie in vielen anderen Regionen Tirols derzeit auch – sehr gut besucht.

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Von der Bergstation geht es zunächst auf breitem Weg in nordöstliche Richtung, kurz nach der Mauritzalm biegt man auf einen alpinen Steig ab. Das Gelände ist gut beschildert (einfach den gelben Wegweisern zur Rofanspitze folgen) und schön langsam gewinnt man an Höhenmetern, was nie wirklich anstrengend wird.

Der Anstieg zur Rofanspitze führt durch schönes Almgelände, im Hintergrund (rechts) kann man bereits das Ziel erkennen.
© Irene Rapp

Dass dieses Gebiet auch im Winter bei Skitourengehern angesagt ist, zeigen zahlreiche Tafeln im Gelände, die u. a. über das Thema Lawinensicherheit informieren. Auf dem Weg zur Rofanspitze bewegt man sich jedoch nicht auf der „Winter-Spur“, sondern hält sich weiter links.

Klettersteig-Geher kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten: Über Haidachstellwand, Rosskopf, Seekarlspitze, Spieljoch und Hochiss führt ein Klettersteig, der zum Großteil von Bergführer Stefan Wierer eingerichtet worden ist. Dieser gerät auch ins Schwärmen, wenn er über das Rofangebirge erzählt: „Hier haben nicht nur zahlreiche Bergsteiger-Legenden ihre Handschrift hinterlassen wie Hermann Buhl und Hia­s Rebitsch. Man hat in diesem Gebiet auch Feuersteine gefunden, die vermutlich aus dem italienischen Raum stammen. Und diese liefern den Beweis, dass hier früher offensichtlich ein alter Handelsweg nach Italien bestanden hat“, weiß der Zillertaler. Ebenfalls interessant: Immer wieder sind kleine Lacken (Grubalacke) und feuchte Böden mit Wollgras zu sehen, im Frühjahr kann man hier u. a. Lurche beobachten.

Der traumhaft schöne Grubasee.

Zurück zur Tour: Wenn man zur Grubascharte auf rund 2100 Metern Höhe kommt, muss man durch ein Weidegatter. Auf dem Weg zur Rofanspitze kann man nämlich immer wieder auf Alm-Vieh – von Rindern bis Pferden – treffen. Gleich nach der Grubascharte tut sich dann rechts ein wunderschöner Blick auf den Grubasee auf – und weil sich dieser in Herzform präsentiert, ist er sicher schon Millionen Mal fotografiert worden.

Von hier aus geht es über einen mäßig steilen Wiesenhang die letzten Meter hinauf bis zum schönen Gipfelkreuz. Wir sind zuletzt allerdings bei einer Wegteilung geradeaus gegangen und haben noch ein paar Meter bis zum Schafsteigsattel gemacht. Von hier aus kann man nämlich gleich auf einen weiteren schönen See blicken, den Zireiner See (1799 m). Den haben wir diesmal allerdings nicht besucht, dafür sind wir direkt vom Sattel aus auf einen Steig gestiegen, der in südwestlicher Richtung zurück zur felsigen Gipfelkuppe der Rofanspitze führt. Einfacher ist aber auf jeden Fall der Normalanstieg, bei erwähnter Wegteilung also links bleiben.

Mag sich die Rofanspitze nach Süden hin auch grün präsentieren, so ist sie im Norden felsdurchsetzt, dort finden sich zahlreiche Routen für Alpinkletterer. Doch davon merkt man am Gipfelkreuz nichts, da muss man eher schauen, dass man – vor allem zu späterer Stunde – noch ein gutes Platzerl bekommt.

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Zurück geht es dann auf demselben Weg. Rund um die Bergstation der Rofanseilbahn finden sich dann zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Und wer noch mehr erleben will, kann mit dem Skyglider Mut beweisen oder auf der Aussichtsplattform Blicke ins ganze Land genießen.


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