Bei Kia wird jetzt intelligenter verkuppelt

Der Ceed und der Sportage sind die ersten Kia-Modelle, die von der neuen Kupplungstechnik profitieren.
© Werk

Rüsselsheim – Vom hier ansässigen Entwicklungs-Center von Kia-Hyundai wurde etwa schon der europäischen Leidenschaft für Dieselmotoren entsprochen – aber auch neuen ökologischen Trends, wie dem 48-Volt-Mildhybridsystem. Zu dessen Optimierung erfährt nun ein Teil des Autos ein Update, das eigentlich als zu Ende erfunden galt: das Kupplungspedal. Die Nutzung des vollen Effizienzpotenzials des sanften Hybriden war bisher nur mit Automatikgetriebe möglich:

Die spritsparende Segel-Funktion, also das Weitergleiten mit abgeschaltetem Motor und Wiederanspringen beim Betätigen des Gaspedals, benötigte das Elektronikgehirn der Automatik, die wusste, wann der Kraftschluss zum Motor zu trennen und wieder herzustellen war. Nun sind die Europäer aber immer noch Automatikmuffel: Der Handschalteranteil beträgt deutlich über 50 Prozent, wogegen er etwa in den USA unter 5 Prozent liegt. Die Aufgabe lautete also, die Effizienz-Vorzüge auch dem Schaltgetriebe zu eröffnen – und exakt das tut ab jetzt Kias intelligentes Kupplungspedal.

Es übt nun nicht mehr wie bisher über zwei Zylinder und die im System befindliche Hydraulikflüssigkeit Druck aus, der schließlich die Kupplung betätigt. Das Drücken des Pedals wird jetzt elektronisch erfasst und an ein Actuator genanntes Modul übertragen, das die Pedalstellung seinerseits in Flüssigkeitsdruck umsetzt. Ab hier läuft dann alles wie gehabt, also Betätigung der Kupplung über das Drucksystem. Der Vorteil: Wenn der linke Fuß nichts anderes vorgibt, kann auch das digitale Gehirn des Autos das Kommando übernehmen. Beim Dahingleiten schaltet es dann den Motor ab und trennt zugleich über die elektronische Kupplungsbetätigung die Verbindung zum Getriebe – andernfalls würde automatisch die Motorbremsung einsetzen und der Wagen verzögern statt weitergleiten. Ein Druck auf eines der Pedale schließt die Kupplung wieder, der Wagen beschleunigt oder verzögert je nach Kommando ohne Zeit- oder Leistungsverluste.

Trotzdem erkennt das System auch den Bedarf an Motorbremsung, etwa bei Bergab-Passagen und wenn aktiv geschaltet, aber nicht beschleunigt wird. Ein positiver Nebeneffekt: Der eigentliche mechanische Vorgang des Trennens und Wiedereinkuppelns verläuft effizienter und ohne unnötige Reibungsverluste – die Kupplung, die als Bauteil selbst nicht verändert wurde, erfreut sich also längerer Lebensdauer. In der Fahrpraxis ändert sich dabei ebenfalls nichts. Im bereits als Mildhybrid angebotenen Kia Sportage und dem ab Jahresende nachrückenden Ceed ist von der reinen Anwendung her kein Unterschied bemerkbar. (pabs)

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