Seat Tarraco: Mit voller Ladung prächtig unterwegs

Vielseitig und geräumig wie ein großer Van, gezeichnet wie ein Geländewagen, komfortabel wie eine Oberklasse-Limousine: Der Tarraco verwöhnt über Gebühr – nur eine Marotte ist ihm abzugewöhnen.

Der Tarraco von Seat leistet, packt und stemmt viel – für Reisen, Langstrecke und komplizierte Transporte hat er sich jedenfalls über die Maßen qualifiziert.

Von Markus Höscheler

Loreto – Mit Goldeseln ist Sea­t derzeit reichlich beglückt: Zuverlässig liefert der betagte Van Alhambra Stückzahlen, ebenso der Kleinwagen Ibiza in der aktuellen Generation. Der stark nachgefragte Leo­n erfuhr in diesem Frühjahr einen Modellwechsel, hoher Beliebtheit erfreuen sich die beiden (sub-)kompakten Sport Utility Vehicles Arona und Ateca (der dieser Tage ein Facelift erhält). Und darüber thront im Midsize-Format der Tarraco, der zur Aufgabe mitbekommen hat, das Beste der SUV- und Van-Welten zu vereinen, denn mit attraktiver Geländewagen-Optik zieht er die Aufmerksamkeit auf sich, mit praktischen Mitbringseln verdient er sich bei den tatsächlichen Nutzern anhaltend hohe Sympathiewerte.

Bleiben wir zunächst bei der Oberfläche – massiv streckt sich den Beobachtern die Front mit dem dominanten Kühlergrill und den scharf gezeichneten Scheinwerfern entgegen; Kunststoff-Rundum-Beplankung, ein schräg stehendes Heckfenster und ein Dachspoiler signalisieren einen Mix aus Offroad-Anmutung und sportlicher Fahrdynamik. Davon braucht der Tarraco, der neuer­dings als Dauertestwagen in der Ausstattung FR der TT dienlich ist, allerdings nichts einzulösen – zumal er nur mit einem Vorderradantrieb und dem Basisbenziner bestückt ist, einem 150 PS starken Aggregat.

Und damit gehen wir schon etwas in die Tiefe – das Triebwerk, verbunden mit einer Siebenstufen-Doppelkupplung, nimmt es überraschender­weise gekonnt auf mit dem 1,6 Tonnen schweren Modell, 250 Newtonmeter Drehmoment liegen schon ab 1500 Umdrehungen/Minute an. Das automatisierte Getriebe agiert recht zackig, insbesondere im Sportmodus. An die Grenzen stößt die Antriebskonfiguration allenfalls in der Steigung inklusive stärkerem Lenkeinschlag – in solchen Situationen gibt es Schlupf, der dazu führt, dass wir uns das für andere Motorisierungen vorgesehene Allradsystem wünschen.

Ansonsten hält sich der Tarrac­o wacker, beschleunigt selbst vollbeladen (in unserem Fall mit fünf Personen, dachhoch positioniertem Gepäck, Fahrräder obenauf) zügig, kommt im Mittel mit 9,5 Litern Treibstoffverbrauch je 100 Kilometer aus. Lediglich bei forcierter Gangart auf diversen Autobahnen genehmigt sich der Ottomotor Treibstoff zwischen 13 und 14 Litern, auch geschuldet dem Luftwiderstand, den der von uns genutzte Fahrradträger provoziert.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Dem Fahrkomfort zuträglich waren im weiteren Verlauf unter anderem die gerne genutzte Dreizonen-Klimaautomatik, die adaptive Dämpferregelung (881,68 Euro extra), die Umgebungsüberwachung inklusive Rückfahrkamera (639,85 Euro) und das Österreich-Paket samt zuverlässiger Navigation (1803,66 Euro). Etwas zu übereifrig agierte lediglich ein Frontsensor, der immer wieder beim Anfahren vor einem vermeintlichen Hindernis akustisch warnte. In den ersten Testwochen lernten wir, ihn zu ignorieren – und ansonsten die Vorzüge des 50.139,91-Euro-­Wagens schätzen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1498 ccm

Drehmoment: 250 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 110 kW/150 PS

L/B/H: 4735/1839/1658 mm

Gewicht: 1621/2250 kg

Kofferraumvolumen: 700 – 1920 l

Tankinhalt: 58 l

Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h

0 – 100 km/h: 9,5 Sekunden

Verbrauch: 9,5 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 50.139,91 Euro

CO2-Emission: 183 g/km


Kommentieren


Schlagworte