Raketenangriff am Unabhängigkeitstag in Kabul

Im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mehr als ein Dutzend Raketen eingeschlagen. Mindestens zehn Menschen wurden dabei verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Die Raketen wurden demnach von zwei Fahrzeugen im Nordwesten und Südosten der Stadt abgefeuert. Zwei Männer wurden festgenommen.

Die Raketen trafen Kabul während der Feiern zum 101. Jahrestag von Afghanistans Unabhängigkeit. Mehrere Geschoße schlugen unweit einer Zeremonie im Diplomatenviertel ein, an der der afghanische Präsident Ashraf Ghani teilnahm. Eine Rakete explodierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf dem Gelände des Präsidentenpalasts. Eine dort stationierte Einheit der Ehrengarde soll sie nur knapp verfehlt haben.

Die meisten der 14 Geschoße hätten Wohnhäuser getroffen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Unter den Verletzten seien vier Kinder und eine Frau.

Unterdessen planen die Regierung und die militant-islamistischen Taliban Friedensgespräche, um den seit Jahrzehnten dauernden Konflikt im Land zu beenden. Auch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist in Afghanistan aktiv und verübt in Kabul immer wieder Angriffe.

Am Freitag wurde die afghanische Frauenrechtlerin Fawzia Koofi (Fausia Kufi) bei einem Mordanschlag am Arm verletzt. Sie ist eine von vier Frauen der 21-köpfigen Kabuler Delegation für die geplanten Friedensgespräche. Die Taliban bestritten, für den Anschlag auf einer Schnellstraße bei Kabul verantwortlich zu sein.

Eine wichtige Vorbedingung der Taliban für die Friedensgespräche ist noch nicht erfüllt: Die von einer afghanischen Stammesversammlung beschlossene Freilassung von 400 als hochgefährlich geltenden Taliban-Kämpfern ist noch nicht abgeschlossen. Erst danach wollen die Taliban verhandeln.


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