Abkommen von Israel und Emiraten ebnet Weg für Waffendeal

Das geplante Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten soll eine Geheimklausel für Waffengeschäfte enthalten. Dies berichtet die israelische Zeitung „Jediot Ahronoth“ am Dienstag unter Berufung auf nicht näher beschriebene Kreise in den USA und den Emiraten.

Demnach macht die Klausel unter anderem den Weg frei für den Verkauf von hochmodernen US-Kampfflugzeugen vom Typ F-35 und amerikanischer Drohnentechnologie an die Emirate. Israel hat solche Rüstungsgeschäfte bisher abgelehnt - insbesondere, wenn sie Flugzeuge oder Drohnen betrafen. Es wollte verhindern, dass andere Länder in der Region eine ebenbürtige Luftwaffe erhalten. Geheimdienstminister Eli Cohen sagte im israelischen Fernsehen, ihm sei nicht bekannt, dass sich die Haltung der Regierung geändert habe.

Wie die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, besteht jedoch die Sorge, dass eine Abmachung getroffen wurde, ohne hochrangige Vertreter aus dem Verteidigungsbereich zu informieren. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuletzt eingeräumt, seinen designierten Nachfolger und Verteidigungsminister Benny Gantz sowie Außenminister Gabi Aschkenasi bei der Anbahnung des Abkommens außen vor gelassen zu haben. Grund sei gewesen, dass der Deal nicht im Voraus publik werden sollte.

Die Emirate wollen als drittes arabisches Land nach Ägypten und Jordanien diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. Darauf hatten sich beide Länder in einem vergangene Woche verkündeten Abkommen geeinigt. Im Gegenzug will Israel die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

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