Der Tirol Tourismus hält Corona bisher auf Distanz

Keine Infektionen im Tourismus, Cluster um Somalier und Rückkehrer aus Kroatien und Balkanländern wächst.

Urlaubsrückkehrer aus Kroatien können sich einem freiwilligen Test unterziehen. 1000 ließen sich in Tirol bereits testen.
© APA

Von Peter Nindler

Innsbruck – Die nackten Zahlen sagen derzeit nur eines aus: Auch in Tirol nehmen die Infektionen mit dem Coronavirus seit Wochen wieder zu. 256 Personen sind derzeit infiziert, neun davon werden stationär in den Krankenhäusern behandelt. Ein Erkrankter benötigt eine intensivmedizinische Versorgung. Überwiegend verlaufen die Infektionen jedoch mild. Von Montag auf Dienstag gab es 52 Neuinfektionen.

Der Leiter des Corona-Einsatzstabes im Land, Elmar Rizzoli, zeichnet trotzdem ein unaufgeregtes Bild von der Situation in Tirol. Mehr als die Hälfte der aktuellen Infektionen ist auf den bestehenden Cluster rund um den somalischen Kulturverein und auf Urlaubsheimkehrer aus Kroatien zurückzuführen. Ausgehend von den Ansteckungen in der somalischen Community ist jetzt auch ein weiteres Flüchtlingsheim in Innsbruck betroffen. Eines haben die Behörden bereits in der Vorwoche isoliert. Dort wurden 26 positive Fälle registriert.

Situation gut im Griff

„Jetzt liegen auch positive Testergebnisse für Personen einer weiteren Asylwerber-Unterkunft in Innsbruck vor“, betont Rizzoli. Die erkrankten Personen seien bereits abgesondert, das Asylwohnhaus werde gänzlich isoliert, sodass eine Weiterverbreitung des Virus bestmöglich unterbunden werden könne, fügt er hinzu.

Reiserückkehrer aus Kroatien oder Personen, die direkt oder indirekt mit ihnen Kontakt gehabt haben, bilden die zweite große Gruppe mit mehr als 60 Infizierten. Rund 1000 Kroatien-Urlauber ließen sich bisher testen. Als dritte Ansteckungsquelle nennt Elmar Rizzoli Familienbesuche in anderen Bal­kanländern wie dem Kosovo oder Serbien. Außerdem gibt es positiv Getestete, die sich in Rumänien oder auf Malta aufgehalten haben. Insgesamt habe man die Situation, auch was die Rückverfolgung samt Kontaktpersonen betrifft (Contact-Tracing), gut im Griff, erklärt der Leiter des Einsatzstabes. In den nächsten Tagen sei jedoch mit weiteren Folgefällen von Urlaubsheimkehrern zu rechnen.

Kein Problem im Tiroler Tourimsu

Sehr gut funktioniert es laut Rizzoli übrigens im Tiroler Tourismus. Die Sicherheitsvorkehrungen halten Corona offenbar fern, es gibt keine Meldungen über Infektionen. Vor einigen Wochen gab es vereinzelte Fälle. Schlussendlich führt Tirol die meisten Tests aller Bundesländer durch, im Schnitt der vergangenen Tage waren es 1600 täglich.

Rund 900 Personen inklusive der Infizierten befinden sich aktuell in Quarantäne. Darunter auch eine Amateurfußballmannschaft, in der drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Samstag endet jedoch die Isolation.

Einen Aufruf gibt es in Innsbruck: Wer am 13. August zu Mittag im Lokal „Machete Burrito Kartell“ war, soll auf seinen Gesundheitszustand achten. Eine infizierte Person hielt sich damals zur Mittagszeit im Lokal auf.

Und wie sieht es in Südtirol aus? Südlich des Brenners kamen in den vergangenen 24 Stunden keine Corona-Neuinfektionen hinzu, 127 Menschen sind infiziert.


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