Tirolerball verschoben: „Ohne Flanieren ist es kein Ball“

Zu viele Sicherheitsauflagen, zu wenig Flair. Der Tirolerball muss um ein Jahr verschoben werden. Eine Schmalspurvariante ist keine Option.

2019 hatte die Gemeinde Telfs den Ehrenschutz über.
© Matthias Reichle

Wien, Ebbs –Aufgespielt und aufgetanzt wird später. Wie berichtet, wird der Tirolerball wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Ins Wiener Rathaus geladen hätten der Tirolerbund und diesmal die Gemeinde Ebbs ursprünglich am 9. Jänner.

Gründe dafür gibt es mehrere. In erster Linie geht es aber um die Stimmung, wie Tirolerbund-Obmann Johann Baumgartner ausführt. Festliches Flair? Mit den vielen Sicherheitsmaßnahmen Fehlanzeige. „Für gewöhnlich gibt es bis zu 1800 Sitzplätze, mit den Sicherheitsabständen dürfte man aber nur 540 vergeben. Sobald man seinen Sessel verlässt, müsste man eine Maske tragen. Ein gemütliches Flanieren – und das ist ja das Wesentliche des Balls – könnte gar nicht stattfinden.“ Auch gesellige Runden an Stehtischen würde es nicht geben. „Es ist schlimm, aber man muss die Vorsichtsmaßnahmen der Stadt Wien akzeptieren“, zeigt sich der Obmann verständnisvoll. Leid täte es ihm für all jene in und um Ebbs, die sich bereits auf das Event vorbereitet haben.

Es stelle sich aber auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, wolle man den Ball mit nur rund einem Drittel der Gäste veranstalten, wie BM Josef Ritzer erklärt. Immerhin budgetiert die Gemeinde für das Spektakel 20.000 bis 25.000 Euro. „Wir wollen, dass das etwas Tolles wird. Die Vorzeichen sind leider nicht die besten.“ 1998 hatte die Gemeinde Ebbs schon einmal den Ehrenschutz übernommen. „Genau wie damals sollen die Leute eine Freude haben und sich lange daran erinnern“, betont Baumgartner. „Am Tirolerball werden Brücken gebaut, die es sonst nicht geben würde.“

Als neuer Termin wird nun der 8. Jänner 2022 ins Auge gefasst. (jazz)


Kommentieren


Schlagworte