Diakonie de La Tour in Lienz: Arbeit, die glücklich macht

Klienten der Diakonie de La Tour in Lienz sind in vielen Unternehmen tätig.

Stefan Maier (r.) reinigt mit Unterstützung seiner Begleiterin Christina Riediger den Schreibtisch von Agenturchef Franz Fasching.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – Die beiden jungen Leute sind ein eingespieltes Team, wenn sie einmal in der Woche zur Raumreinigung in ein benachbartes Versicherungsunternehmen ausrücken. Stefan Maier und seine Kollegin, die lieber nicht namentlich genannt werden möchte, aber sonst sehr bereitwillig Auskunft gibt, sind Klienten der Diakonie de La Tour in Lienz. Von Montag bis Freitag besuchen sie von 8 bis 15 Uhr entweder Kurse in der Diakonie-Niederlassung im Glöcklturmgebäude. Oder sie rücken gemeinsam mit anderen Menschen mit Behinderungen samt Begleitern zu Arbeiten in unterschiedlichen Unternehmen im Lienzer Talboden aus.

Stefan Maier übernimmt gleich zu Beginn das Abstauben im Büro des Agenturchefs Franz Fasching. „Die beiden Raumpfleger arbeiten selbstständig und sehr gründlich“, bekundet Fasching, der schon länger auf die Dienste der Diakonie setzt. Während die Diakonie-Mitarbeiterin Christina Riediger einen Papierstapel vom Schreibtisch des Auftraggebers anhebt, damit ihr Klient die Oberfläche darunter abwischen kann, erklärt sie: „Es ist für jeden Menschen wichtig, eine Arbeit zu haben und dafür auch entlohnt zu werden.“ Dem stimmt Fasching zu. „Außerdem spürt man die Motivation direkt. Eine Klientin hat mir einmal freudestrahlend erklärt, dass Putzen Spaß macht. Fast unglaublich.“ Zur Zufriedenheit des Agenturchefs kommt hinzu, dass die Vergabe der Reinigungstätigkeit an die Diakonie auch einen sozialen Aspekt beinhalte. „Ich kann wirklich nur Gutes berichten.“

Sieben Mitarbeiter der Diakonie betreuen derzeit 14 Klienten. Zu den Kunden zählen etwa Supermärkte, Banken, Sozialsprengel und ein Streichelzoo. Auch zur Grabpflege werden die Diakonie-Klienten gerne beauftragt.

Im unteren Stockwerk saugt und wischt Stefan Maiers Kollegin gerade die Böden. „Es ist ein gutes Gefühl, arbeiten zu können.“ Nur an den Montagen in der Früh, da dauere das Ingangkommen manchmal. Aber ist bei dir auch so, oder?“ Mit den Ersparnissen aus ihrem Verdienst plane sie bereits eine Urlaubsreise in die Steiermark. Im September oder Oktober soll es so weit sein. „In meiner Freizeit gehe ich gerne schwimmen oder fahre mit dem Rad.“ Das Thema Reisen nimmt Stefan Maier auf: „Ich war mit meiner Familie bereits in London und zuletzt vor drei Monaten in Wien zu Besuch bei Freunden. Mir gefallen große Städte.“ Unbedingt möchte er einmal nach New York, Pisa, Rom und Sydney.


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