Ärztemangel und Suche nach Impuls in Landeck

Arztstellen sind nach wie vor verwaist. Lichtblick bleibt in Bau befindliches Gesundheitszentrum, das 2021 eröffnet werden soll.

Die Eröffnung des Gesundheits­zentrums in Landeck-Perjen ist für Anfang 2021 geplant.
© Wenzel

Landeck – In der Bezirksstadt sind sowohl Kassenstellen für Allgemeinmediziner als auch für Fachärzte ausgeschrieben – teils länger als ein Jahr. Patienten müssen Ärzte in den Tälern aufsuchen. In der TT-Redaktion Landeck treffen wiederholt Beschwerden aus der Bevölkerung ein. Die Wortwahl ist nicht immer vornehm: Beispiel: „Eine Frechheit, dass die Stadt nichts tut und die zuständigen Stellen nur beschwichtigen.“

Günter Atzl, Sprecher der Ärztekammer Tirol, bestätigt­e am Mittwoch: „Von tirolweit zwölf ausgeschriebenen Stellen für Allgemeinmediziner konnten kürzlich nur vier besetzt werden. Für Landeck hat sich niemand interessiert.“ Noch schlimmer die Situatio­n bei den Facharztjobs: Laut Atzl gab es keine einzige Bewerbung für die derzeit 16 offenen Stellen. Landeck würde einen Augenfacharzt sowie einen Internisten brauchen.

Gesundheitsdienste unter einem Dach, u. a. sechs Arztordinationen sowie eine Apotheke, bietet das in Bau befindliche Carl-Hochstöger-Gesundheitszentrum in Landeck-Perjen, dessen Eröffnung laut Initiator Martin Hochstöger Anfang 2021 geplant ist. „Man kann bei uns nicht warten, bis die öffentliche Hand aktiv wird“, hob er hervor. „Man muss das Heft selbst in die Hand nehmen.“ Bisher ist fix, dass die Allgemeinmedizinerin Ingrid Mair (eine von derzeit nur zwei aktiven Kassenärzten in Land­eck) in das neue Zentrum übersiedelt. Mit weiteren Ärzten sei er im Gespräch, sagte Hochstöger am Mittwoch.

„Das Engagement von Stadtapotheker Hochstöger ist bemerkenswert“, kommentierte LR Bernhard Tilg. Seine private Initiative für die Gesundheitsversorgung im Talkessel könne er nur begrüßen. „In Landeck ist ein gesunder Impuls willkommen. Ich hoffe, dass sich dort weitere Kassenvertragsärzte ansiedeln.“ Stadtchef VBM Thomas Hittler freut sich über den „gesunden Infrastruktur-Mehrwert“. Zudem hoffe er auf eine „Sogwirkung für neue Ärzte“. (hwe)

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