Leiche eines Migranten an französischer Küste entdeckt

An der französischen Ärmelkanalküste ist die Leiche eines jugendlichen Migranten gefunden worden. Es sei ein „unerträgliches Drama“, schrieb Marlene Schiappa, Beigeordnete Ministerin im Innenministerium, am Mittwoch auf Twitter. Ihr zufolge handelt es sich um einen 16-Jährigen aus dem Sudan. Man müsse gegen Schlepper vorgehen, die die Not der Menschen ausnutzten.

Der Jugendliche habe mit einem Begleiter den Ärmelkanal mit einem Schlauchboot überqueren wollen, berichtete der Sender France Bleu. Seine Leiche sei am Mittwoch in Sangatte in der Nähe von Calais gefunden worden. Der Sender berichtete unter Berufung auf die örtliche Staatsanwaltschaft, dass sich die beiden jungen Migranten ersten Erkenntnissen nach auf eigene Initiative und ohne die Hilfe von Schleppern auf die Überfahrt begeben hätten.

Der 16-jährige Begleiter wurde im Krankenhaus behandelt. Seinen Angaben nach soll der Verstorbene im gleichen Alter gewesen sein. Der Sender berichtete, dass er aber möglicherweise auch 18 Jahre alt war. Nach der Untersuchung der Leiche solle eine Autopsie durchgeführt werden, um die Hypothese des Ertrinkens zu bestätigen, zitierte der Sender France 3 die Staatsanwaltschaft. Der Tote soll Ausweispapiere dabei gehabt haben.

Die britische Innenministerin Priti Patel nannte den Tod des Jugendlichen eine „brutale Erinnerung“ daran, dass Schlepper die Verwundbaren ausbeuteten. Man müsse gemeinsam mit Frankreich dem entgegenwirken, betonte die Politikerin.

In diesem Jahr haben schon fast 5.000 Menschen in Hunderten kleinen Booten den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert. Die Überfahrt gilt als besonders gefährlich, vor allem, weil der Meeresarm von zahlreichen großen Schiffen befahren wird. Auch am Mittwoch erreichten Dutzende Migranten die südenglische Küste in der Region von Dover, darunter waren auch Kinder.


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