Landecker Schlossgalerie: Landmarke auf L76 weggesprengt

Die Großbaustelle Landecker Schlossgalerie ist im Zeitplan. Die Straßensperre dämpft die Umsätze.

Auf der Schlossgalerie-Baustelle: Sprengtechniker rückten diese Woche der markanten Felsnase oberhalb der Landecker Straße L76 zu Leibe.
© Geiger

Von Helmut Wenzel

Landeck, Fließ – „Der Überhängende ist verschwunden“, stellen Bewohner, Wanderer und Radfahrer am linken Inn­ufer südlich von Landeck fest. Gemeint ist der überhängende Fels – eine unförmige Landmarke an der Landecker Straße L76, die wegen Steinschlaggefahr wiederholt gesichert und verankert werden musste. Einheimische verrieten, sie hätten Angstzustände bei der Fahrt durch den Felsbogen. Nicht ohne Grund: Die „Rumpelstraße“ L76 musste immer öfter wegen Felsabbruchs gesperrt werden.

Diese Woche ist der „Überhängende“ unter großen Sicherheitsauflagen für Anrainer weggesprengt worden. Das Ungetüm musste dem Bau der Landecker Schlossgalerie weichen. Das Land investiert 26,6 Mio. Euro in das von der Region vehement geforderte Sicherheitsprojekt. Die Abteilung Brücken- und Tunnelbau bestätigte gestern Donnerstag die erfolgreiche Abtragung der Felsnase.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und Corona-Auflagen liegen wir mit dieser Großbaustelle im vorgesehenen Zeitrahmen“, hieß es von Seiten des Landes. Womit die wichtige regionale Straßenverbindung von Landeck-Süd nach Fließ und weiter ins Obergricht bis Ende November gesperrt bleibe. Die ersten Stützkonstruktionen zum Aufbau der Galerie-Säulen seien jedenfalls bereits betoniert.

Bevor die L76-Baustelle zwischen Landeck und Fließ eingerichtet wurde, fuhr bei vielen Autofahrern die Angst wegen Steinschlags mit.
© Wenzel

Noch nicht geräumt sind jene Fels- und Geröllmassen, die Anfang Juni aus dem Steilhang in den Inn donnerten. Experten sprachen von 6000 Kubikmeter Material. „Erst wenn im Baustellenbereich alles gesichert ist, kann das Gestein aus dem Inn gebaggert werden.“

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Wegen der Totalsperre der L76 bis Ende November, die ursprünglich nur zehn Wochen hätte dauern sollen, sahen sich die Wirtschaftskammer Landeck sowie mehrere Unternehmer aus der Region zu heftigem Protest veranlasst. „Ich schätze, unsere Betriebe im Talkessel müssen wegen der Straßensperre ein Umsatzminus von 25 Prozent in Kauf nehmen“, sagte gestern Mathias Weinseisen, Obmann der Leistungsgemeinschaft Landeck-Zams. „Aber je nach Branche gibt es Unterschiede.“ Die Stimmung unter den Kaufleuten sei „sicher nicht im Keller“. Ab Juli sei die Kundenfrequenz „einigermaßen zufriedenstellend“. Vor allem der Frischemarkt am Freitag habe nichts an Attraktivität verloren. Und: „Der Sommertourismus im Bezirk entwickelt sich besser als erwartet. Davon profitiert sicher auch der Talkessel.“


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