Tiroler in Belarus: „Ich selbst bin nie Opfer des Systems geworden“

Der Völser Elmar Erger (45) wohnt mit seiner Familie in Belarus und erlebt derzeit ein Land zwischen starren Systemen und kühnen Visionen.

In Izubritsa, einem kleinen Dorf im Norden von Belarus, zehn Kilometer von der russischen und 20 Kilometer von der lettischen Grenze entfernt, betreibt Erger seit einigen Wochen eine kleine Espressobar.
© Erger

Von Benedikt Mair

Innsbruck, Minsk – Izubritsa liegt im Nationalpark Krasny Bor, im äußersten Norden von Belarus, zehn Kilometer entfernt von der Grenze zu Russland und 20 von jener zu Lettland. Nur eine Straße führt durch das kleine Dorf, das knapp ein Dutzend Häuser zählt. Eines davon hat vor wenigen Wochen der Tiroler Elmar Erger gekauft. Erger, in Völs geboren und aufgewachsen, wohnte zuvor unweit von Minsk, der Hauptstadt des osteuropäischen Staates. Er erlebt derzeit ein Land zwischen kühnen Visionen und starren Systemen.

Ein Brunnen, die Toilette draußen, ein Kachelofen drinnen – schlicht ist der aus Holz gebaute Bauernhof, den Erger jetzt sein Heim nennt. „Das Haus ist 70 Jahre alt“, sagt er zur TT, die ihn gestern am Telefon erreichte. „Wir haben es von einer alten Frau übernommen, die es zuvor 60 Jahre bewohnte.“ Mit „wir“ meint der 45-Jährige seine weißrussische Partnerin und die vier gemeinsamen Kinder. In Izubritsa haben sie eine Espressobar aufgemacht. „Radfahrer kommen hier vorbei, Wochenendausflügler, ein bisschen Tourismus gibt es auch.“

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