Haltestelle Hall: „Die Linienbusse brauchen dringend mehr Platz“

Eine Milser Öffi-Aktivistin kämpft für die Vergrößerung eines zentralen Bushaltes in Hall – und gegen illegal parkende Lkw in der Ladezone.

Autos, die die Ladezone oder sogar die Bushaltestelle „Kurhaus“ verparken, Passagiere, die auf der Fahrbahn ein- und aussteigen müssen: laut Öffi-Aktivistin Barbara Heiss ein fast alltägliches Bild in Hall.
© privat/Heiss

Von Michael Domanig

Hall, Mils – Kaum jemand kennt sich bei den Busverbindungen im Großraum Hall besser aus als die umtriebige Öffi-Aktivistin Barbara Heiss aus Mils. Ihr begeistertes Lob für den massiven Ausbau der Verbindungen im Dezember 2019 hatte Gewicht. Umso unverständlicher ist es für die jahrzehntelange Öffi-Nutzerin aber, „wenn man so viel Geld für ein tolles Buskonzept in die Hand nimmt – und es dann bei den Rahmenbedingungen fehlt“.

Eklatante Mängel ortet Heiss vor allem bei der stark frequentierten Bushaltestelle beim Haller Kurhaus (neben dem Restaurant Geisterburg). Dort halten mittlerweile sieben Buslinien, zwei haben dort ihre Endhaltestelle (und daher teils auch längere Standzeiten). Schon vor dem Ausbau des Angebots sei diese wichtige Bushaltestelle „viel zu klein und eng gewesen“, betont Heiss. Nun habe sich die Situation noch deutlich verschärft.

Von Pkw als „Kurzparkzone“ missbraucht

Grundproblem sei, dass die Haltestelle zwischen zwei Ladezonen „eingeklemmt“ sei. Während die östliche meist leer sei, werde die westliche (neben den Taxistandplätzen) regelmäßig von Pkw als „Kurzparkzone“ missbraucht, ärgert sich Heiss. Sie beobachtet die Situation seit nunmehr zwei Monaten intensiv, führt minutiös Buch über Autos, die dort – oder bisweilen sogar im Bereich der Bushaltestelle – parken.

„Weil die Busse nicht ein und aus kommen und die Zufahrt extrem problematisch ist, lassen die Fahrer ihre Passagiere oft mitten auf der Fahrbahn aus- und einsteigen“, schildert Heiss ihre Erfahrungen. Sie habe schon mehrere brenzlige Situationen miterlebt. „Da sind auch ältere Menschen mit Rollator dabei, Frauen mit Kinderwägen. Und bald fängt wieder die Schule an, ich will gar nicht daran denken, was alles passieren kann.“ Hinzu komme, dass wartende Busse – und auch Lkw – „künstliche Staus produzieren“.

Die westliche Ladezone sei „total verparkt“ und zweckentfremdet, bilanziert Heiss: Laut Straßenverkehrsordnung sei eine Ladezone nur für eine ununterbrochene Ladetätigkeit mit sperrigen Gütern da. „Und es gibt direkt gegenüber eine öffentliche Tiefgarage, wo man eine Stunde gratis parken kann“. Doch die Stadtpolizei kontrolliere und strafe ihrer Wahrnehmung nach kaum bis gar nicht. Einen Strafzettel auf einem der parkenden Autos habe sie jedenfalls „noch nie gesehen“.

Bisher "keinerlei Rückmeldung"

Ihr Vorschlag: „Wenn die westliche Ladezone von illegal parkenden Pkw freigehalten wird – und so ihrer eigentlichen Funktion gerecht werden kann –, könnte die östliche Ladezone ersatzlos aufgelassen und die Bushaltestelle entsprechend vergrößert werden, mit Platz für drei Linienbusse.“

Sie habe BM Eva Posch das Problem und mögliche Lösungsvorschläge schon vor einem Dreivierteljahr mündlich und schriftlich geschildert, bislang aber keinerlei Rückmeldung erhalten, zeigt sich Heiss enttäuscht.

Sie schätze die Expertise der Öffi-Aktivistin und kenne die Anregung, sagt BM Posch auf TT-Anfrage. „Wir werden uns die Situation anschauen“, verspricht sie. Grundsätzlich sei die Bushaltestelle aber behördlich abgenommen und freigegeben, betont sie.

Dass Falschparker in den Ladezonen ignoriert würden, weist sie indes strikt zurück: „Es gibt regelmäßige Kontrollen der Stadtpolizei. Immer wieder beschweren sich Leute bei mir, weil sie in der Ladezone gestraft wurden, obwohl sie wirklich geladen hätten.“


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