Sammelzentrum in Lienz: Abfälle aller Arten loswerden ohne Warten

In Lienz entsteht ein täglich geöffnetes Sammelzentrum für die ganze Region. Was zu schade für den Müll ist, wird in einem Shop verkauft.

Je genauer der Abfall getrennt wird, desto wertvoller ist er als Ressource. Es werden 25 verschiedene Müll-Sorten gesammelt.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Die Stadtgemeinde Lienz plant ein Pilotprojekt rund um die Abfallentsorgung. Im Gewerbegebiet Peggetz, dort, wo sich zurzeit die städtische Kompostieranlage befindet, wird dazugebaut. Im Mittelpunkt steht die Idee, Altstoffe einer möglichst guten Verwertung zuzuführen, deshalb firmiert die künftige Anlage auch unter der Bezeichnung „Ressourcenpark“.

Die Tore sollen nicht nur für Lienzer Bürgerinnen und Bürger geöffnet sein, sagt Stadtchefin Elisabeth Blanik. „Wir hoffen, dass auch die anderen 14 Gemeinden des Lienzer Talbodens Interesse haben mitzumachen.“ Einige Gemeinden, wie etwa Assling, haben bereits einen dahingehenden Grundsatzbeschluss gefasst.

Ein einheitliches System in der Talboden-Region hätte Vorteile. Je mehr Gemeinden mitmachen, desto mehr sortenreiner Abfall kommt an einem Ort zusammen, und umso effizienter kann er wiederverwertet werden. Außerdem winken höhere Fördersätze, wenn Projektpartner gemeindeübergreifend an einem Strang ziehen.

Gesammelt wird, was Haushalt, Garten, Keller oder Dachboden hergeben

Auf der anderen Seite sind gerade in kleinen Orten die Recyclinghöfe oft nur wenige Stunden pro Monat geöffnet. Für die Bewohner wäre es eine Erleichterung, bei einer Fahrt in die Bezirkshauptstadt – sei es zum Einkaufen, für einen Arztbesuch oder einen Behördentermin – auch gleich ihren Sperrmüll mitnehmen zu können. Denn der neue Ressourcenpark soll täglich (außer an Sonn- und Feiertagen) geöffnet sein.

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Gesammelt wird, was Haushalt, Garten, Keller oder Dachboden hergeben, von Altöl und Hundefutterdosen über Plastikverpackungen, Batterien oder leere Marmeladegläser bis hin zum Elektroschrott und dem kaputten Dreirad. Ganze 25 Arten von Abfall gibt es, die gesammelt und einer Verwertung zugeführt werden können, sagt Blanik. Bei der richtigen Trennung beraten Angestellte des Ressourcenparks. Die Zufahrt mit dem Auto wird direkt bis zur Abfall-Mulde möglich sein.

Wegwerfen ist nicht immer die beste Lösung

Zurzeit betreibt die Stadt Lienz ein Altstoffsammelzentrum beim Bahnhof. Dass es zu eng und zu klein ist, wusste man schon länger, doch die Corona-Krise mit den Zugangsbeschränkungen hat das besonders deutlich gemacht, erklärt die Bürgermeisterin. Das Zentrum bleibt erhalten, ist aber nicht mehr die Hauptanlaufstelle für die Müllentsorgung.

Wegwerfen ist nicht immer die beste Lösung, denn oft landen Gegenstände im Container, die gar nicht kaputt sind. Dafür wird in der neuen Anlage in Lienz-Peggetz ein Re-Use-Shop eingerichtet. Alles, was noch verwendbar ist, wird im Shop für kleines Geld zum Verkauf angeboten.

Blanik beziffert die Projektkosten für den Ressourcenpark mit 3,8 bis 4 Millionen Euro. Die Detailplanungen sollen 2021 erfolgen.


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