Führungsriege ausgetauscht: Neues Trio führt Schwazer Krankenhaus

Geschäftsführer, Pflegedirektor, ärztlicher Leiter: Die Chefetage im Bezirkskrankenhaus Schwaz wurde neu aufgestellt. Innerhalb des Krankenhauses brodelte es seit Langem.

Als kollegiales Trio führen GF Andreas Hoppichler, Pflegedirektor Franz Gruber und ärztlicher Direktor Peter Heininger (v. l.) das BKH Schwaz.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Die Mitarbeiter des BKH Schwaz sind Anfang des Jahres von einer Krise in die nächste geschlittert. Nicht nur Corona hat sie stark gefordert, sondern auch die Zeit davor. Innerhalb des Krankenhauses brodelte es seit Langem. Die Stimmung war am Tiefpunkt – die TT berichtete. Für den Großteil der Mitarbeiter hatte dies mit der Führung des Hauses zu tun. Viele empfanden, dass nicht mehr der Mensch, sondern nur noch das Geld im Vordergrund stehe. Nachdem der ärztliche Direktor und wenig später auch die Pflegedirektorin das Handtuch warfen, wurde noch deutlicher, dass es so nicht mehr weitergeht.

In einer Verwaltungsratssitzung im Mai fiel schließlich die Entscheidung: Die langjährige Geschäftsführerin Margit Holzhammer gab den Chefsessel frei.

Seit Mai und Juli wurde nun die so genannte „Kollegiale Führung“ neu besetzt: Andreas Hoppichler übernahm die Geschäftsführung, Franz Gruber ist Pflegedirektor und zum ärztlichen Direktor wurde Peter Heininger bestellt. Für die drei steht fest: Ihre Bürotüren stehen immer offen. Sie wollen Probleme und Herausforderungen offen angehen und kommunizieren. Das Trio verstehe sich sehr gut und Hoppichler sowie Gruber haben schon vorher zusammengearbeitet. „Wir wurden alle sehr wohlwollend aufgenommen“, sagt Gruber. Laut Heininger sei die Professionalität im Krankenhaus so groß, dass man die vergangenen Dinge hinter sich lassen könne und „so ist eine gute Zusammenarbeit und Kommunikation möglich“.

Denn vor allem ein wertschätzendes Miteinander fehlte vielen im Krankenhaus. Derzeit ist man positiv gestimmt, was die neue Führung angeht, aber auch vorsichtig. „Noch sind sie ja nicht lange hier. Das muss sich erst einspielen“, sagt eine Mitarbeiterin. Eine andere meint: „Seit der Neuerung in der Führung hat sich die Stimmung deutlich gebessert. Viele waren richtig gelöst. Bisher läuft es recht gut und wir hoffen alle, dass es so bleibt.“

Der Fokus liege laut GF Hoppichler in Zeiten wie diesen auf der Sicherheit – der Patienten, Mitarbeiter und Besucher. Einmal pro Woche stimme man sich mit dem Krisenstab ab und auch wenn der Herbst wohl eine neue Herausforderung bedeute: „Wir haben diese spezielle Situation bisher gut gemeistert und werden das auch weiterhin“, sagt Hoppichler. Auch Schnelltests sind im Haus geplant. Die Sorge, dass zu wenige Tests dadurch möglich sind, wurde bereits laut. Gruber: „Die Grundausstattung für diese Tests ist limitiert. Darauf haben wir keinen Einfluss. Daher müssen wir noch ganz genau überlegen, für welche Zielgruppe das Kontingent verwendet wird.“

Eine schiefe Optik orteten viele Mitarbeiter bei der Zusatzfunktion von Gemeindeverbandsobmann Franz Hauser, der seit dem Vorjahr alle Bautätigkeiten im BKH koordiniert und dafür eine Aufwandsentschädigung erhält. Doch diese Arbeit bleibt weiter bei Hauser: „Der Gemeindeverband ist ja für Bauabwicklungen zuständig. Daher mache ich das.“


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