„Gesamtes Personal an Schulen testen“: Vorsorge für Herbst läuft

Causa Corona: Gemeindebundchef Alfred Riedl sieht darin eine gute Vorsorge für den Betrieb ab Herbst.

„Für mich sind die Schulen offen zu halten – ob die ,Ampel‘ auf Grün, Gelb, Orange oder Rot ist“, sagt Kommunen-Vertreter Riedl.
© APA

Von Karin Leitner

Wien – Der Herbst wird – ob steigender Corona-Infektionszahlen – auch für Leute in den Bildungsstätten herausfordernd. Wie wird in den Kommunen, die Pflichtschul­erhalter sind, damit umgegangen? „Für mich sind die Schulen offen zu halten – ob die ,Ampel‘, die es ab September geben soll, auf Grün, Gelb, Orange oder Rot ist“, sagt Gemeindebundpräsident Alfred Riedl im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. „Auch wenn die Ampel auf Rot ist, darf eine Schule maximal ein paar Tage geschlossen sein – bis alles desinfiziert ist. Das darf kein Dauerzustand sein. Es muss so weit wie möglich normalen Betrieb geben. Das ist auch für die Eltern – Stichwort Betreuung – wichtig.“

Dafür gelte es vorzusorgen. In Niederösterreich – Riedl ist auch Bürgermeister von Grafenwörth – werde das so gemacht: „Gemeindebedienstete und Pädagogen – also von der Putzfrau bis zum Direktor – können sich eine Woche vor Schulbeginn auf Covid-19 testen lassen. Freiwillig.“ Vor allem „Reiserückkehrer“ sollten das Angebot annehmen, befindet Riedl. „Wir wollen agieren, nicht reagieren. Auch wenn das eine Momentaufnahme ist.“ Und Riedl möchte, dass das in den übrigen Bundesländern und Gemeinden ebenso läuft: „Auch dort sollte das gesamte Personal an Schulen getestet werden.“ Die Hälfte der Kosten der Kommunen dafür sollte das Land tragen.

Zu rüsten ist in den Gemeinden auch in Sachen Pflege, nicht nur wegen der stetig steigenden Kosten in diesem Bereich. Wie berichtet, hat das WIFO eine Studie erstellt: Bis 2050 wird die Zahl der Menschen ab 85 Jahren um das Zweieinhalb- bis Dreifache steigen, die Ausgaben für Pflege- und Betreuungsdienste bis 2030 um 77 Prozent. Und: Aus Sicht der Gemeinden hapert es bei der Koordination der Pflege. Regionale Informationsstellen regt Riedl an: „Dort sollte rasch sachkundig geholfen werden. In den Gemeindeämtern kann das nicht geliefert werden, weil das Wissen fehlt.“ Angesiedelt sein sollten die „Pflege-Ansprechpartner“ in Arztpraxen, Gesundheitszentren und Spitälern. Zusätzliches Personal sei also nötig: „In Niederösterreich würden dafür 300 Leute gebraucht.“

Gebraucht werden auch viel mehr Pflegerinnen und Pfleger. Für WIFO-Chef Christoph Badelt ist essenziell, deren Arbeitsbedingungen zu verbessern; da gehe es nicht nur um die Bezahlung. Würde eine Vier-Tage-Woche helfen, wie von der SPÖ begehrt?

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Für Riedl wäre das „nicht die Lösung“. Er setzt auf eine Pflege-Lehre, auf Umschulung – etwa von Leuten aus der Tourismusbranche – und auf „Wiedereinsteigerinnen“ nach der Karenz. Für pflegende Angehörige möchte der Gemeindebundchef einen gesetzlichen Anspruch auf einen dreiwöchigen Kuraufenthalt. Und die Pflegezeiten von Angehörigen sollten „viel besser angerechnet werden – ohne unnötige bürokratische Hürden“.


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