Für intime Videoaufnahmen Geld von Tirolerin gefordert: Erpressung endete in U-Haft

Zwei Männer sollen für delikate Videoaufnahmen 100.000 Euro gefordert haben. Erfolglos – beide wurden verhaftet.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Für sie war’s wohl Liebe, für ihn nur ein Geschäft. Ein illegales Geschäft, das dem Syrer und seinem Komplizen 100.000 Euro einbringen sollte. Doch daraus wurde nichts – die delikate Affäre endete für den mutmaßlichen Erpresser und seinen Komplizen am Wochenende in der Innsbrucker Justizanstalt. „Gegen die beiden Beschuldigten wurde am Sonntag die Untersuchungshaft verhängt“, beschreibt Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, die weitere Vorgangsweise. Der Vorwurf: schwere Erpressung. „Der Strafrahmen liegt zwischen einem und zehn Jahren Haft“, so der Staatsanwalt.

Es war bereits vor über einem halben Jahr, als sich die etwa 50-jährige Tirolerin und der im Mittelgebirge bei Innsbruck wohnhafte Syrer (24) näherkamen. Der Beginn einer letztendlich verhängnisvollen Affäre, denn der 24-Jährige war offenbar nicht nur an der Frau interessiert, sondern auch an Geld. Das erhielt er auch, denn die Tirolerin war durchaus großzügig und unterstützte ihren Freund mit finanziellen Zuwendungen. Dabei ging’s um namhafte Beträge. So soll die Geliebte dem Syrer 20.000 Euro für den Kauf eines SUV der Oberklasse zur Verfügung gestellt haben. Für den Migranten offenbar zu wenig.

In der Folge lockte er die Tirolerin mit Hilfe eines Landsmanns (21) in eine Falle: Der in Wien wohnhafte Freund filmte das Paar ohne das Wissen des Opfers bei einem Treffen. Die intimen Videoaufnahmen waren nach Ansicht des älteren Syrers 100.000 Eur­o wert. So viel sollte das Opfer innerhalb von 14 Tagen zahlen, um eine Verbreitung des Filmchens zu verhindern. Konkret drohte der 24-Jährige, die Aufnahmen der Familie der Tirolerin zuzuspielen.

Die Ex-Geliebte sah sich allerdings nicht in der Lage, die 100.000 Euro aufzutreiben. Nach zähen Verhandlungen, die vorwiegend über WhatsAp­p (schriftlich und mündlich) geführt wurden, einigten sich Opfer und Erpresser auf 60.000 Euro.

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Am vergangenen Mittwoch – kurz vor der Übergabe der Summe – zog die Frau die Notbremse und alarmierte die Polizei. Zwei Tage später konnten die Beamten den 24-jährigen Hauptverdächtigen in Innsbruck und seinen Komplizen in Wien festnehmen. Bei der Einvernahme gab der Ex-Geliebte angeblich an, das Geld als Start­kapital für die Rückkehr in die Heimat benötigt zu haben.

Noch am Samstag beantragte die Innsbrucker Staatsanwaltschaft in beiden Fällen die Verhängung der Unter­suchungshaft. Der Antrag wurde am Sonntag vom Landesgericht bewilligt.


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