Land Tirol fährt Kapazitäten hoch, weil Tests zu lange dauern

Appell an Labore, neue mobile Screeningstationen werden errichtet. Ab Herbst soll es täglich 3000 bis 5000 Corona-Auswertungen geben.

In Tirol werden in den nächsten Wochen mobile Screeningstationen für Corona-Testungen errichtet.
© APA (dpa)

Von Peter Nindler

Innsbruck – Es knirscht im Gebälk, die Kritik an zu langen Wartezeiten auf Auswertungen von Corona-Tests nimmt zu. Gegenüber der Tiroler Tageszeitung bestätigt Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), dass er unzufrieden ist. „Es gibt Luft nach oben.“ Deshalb will das Land Tirol in den nächsten Wochen nicht nur die Testkapazitäten erhöhen, sondern gleichzeitig die Auswertungen beschleunigen. „Das benötigen wir unbedingt für den Herbst und die Wintersaison“, kündigt der Landeshauptmann an.

Er wird sich jetzt an die (privaten) Labore wenden und sie an die Ende Mai ausgemachten Vereinbarung erinnern. „Innerhalb von 24 Stunden sollen die Testergebnisse vorliegen, die Information darüber ist das Um und Auf.“ Um das zu schaffen, wird es auch eine Kooperation mit dem Zentrallabor an der Innsbrucker Klinik geben. Dort werden derzeit lediglich Tests an Mitarbeitern und Patienten durchgeführt und danach ausgewertet. Jetzt soll der Personenkreis ausgeweitet werden.

Das Land peilt 3000 bis 5000 Auswertungen pro Tag an, das würde dann das Contact-Tracing, also die Nachverfolgung der engen Kontaktpersonen ebenfalls massiv beschleunigen. Im Idealfall, so hätte es die Bundesregierung ursprünglich vorgesehen, sollte das Testergebnis bereist nach zwölf Stunden vorliegen und dann das Contact-Tracing beginnen. Damit würden unnotwendige Quarantänemaßnahmen für K1-Personen entfallen bzw. relativ rasch nach einer positiven Testung erfolgen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf mobilen Screeningstationen in Containern. Das Land ist bereits mit mehreren Firmen im Gespräch. Die Möglichkeit von so genannten Frei-Testungen im Tourismus wird überlegt, damit die unmittelbaren Kontaktpersonen von Infizierten nach negativen Tests nicht in Quarantäne müssen. Mit dem Bündel an Testmaßnahmen sollen die herausfordernden Monate im Herbst und im Winter bewältigt werden, in denen vermehrt mit Ansteckungen gerechnet wird.

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Elf Erkrankte im Spital

Vor sechs Monaten gab es übrigens die ersten zwei Infizierten in Tirol in einem Innsbrucker Hotel. Am 18. März verfügte Landeshauptmann Günther Platter nach einem Anstieg der Infektionen in den touristischen Hotspots die Vollquarantäne Tirols. 4173 Personen haben sich seither mit Corona angesteckt, aktuell gelten 309 Tiroler als infiziert. 186.528 Testungen wurden durchgeführt. Elf Erkrankte müssen in den Spitälern behandelt werden, drei davon intensivmedizinisch. 108 Menschen sind am Coronavirus gestorben.


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