Erweiterung bei Campingplatz in Grän: Schaden für Natur befürchtet

Landesumweltanwalt Kostenzer geht gegen einen Wegbau für ein Erweiterungsprojekt eines Campingplatzes in Grän vor.

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Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer (Archivbild).
© TT/Böhm

Von Helmut Mittermayr

Grän – Einen positiven Bescheid einer Bezirkshauptmannschaft in Händen zu halten, heißt noch lange nicht, dass die Bagger auffahren können. Die BH Reutte hatte einem Projekt in Grän die wasser-, forst- und naturschutzrechtliche Bewilligung erteilt. Dagegen hat der Landesumweltanwalt (LUA) nun Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht erhoben. Einen neuen Weg für ein Projekt zu genehmigen, das selbst nicht bekannt sei und möglicherweise ebenso die Natur stark beeinträchtigen werde, das war Johannes Kostenzer zu viel des Guten.

Beim so genannten Comfortcamp Grän nahe dem Logbach wird der Platz knapp. Eine Erweiterung der Anlage wurde deshalb ins Auge gefasst. Dafür soll auch der öffentliche Zufahrtsweg verlegt und in Logbachnähe neu geschüttet werden. Berührt würde dadurch ein Schilfbereich, Uferschutzstreifen und Wald. Zudem wären mit dem Seidelbast eine geschützte Pflanzenart und geschützte Vogelarten beeinträchtigt. Für die Landesumweltanwaltschaft ist dort die enge Verzahnung ökologisch hochwertiger größerer Biotope besonders hervorzuheben.

Das öffentliche Interesse für die Verlegung des Weges wurde mit einer Notwendigkeit zur Erweiterung des Campingplatzes und einem andernfalls entstehenden Druck auf öffentliche Parkplätze begründet. Daher können laut LUA Kostenzer auch die zu erwartenden Beeinträchtigungen für die Naturschutzgüter nicht separat betrachtet werden. Tatsächliche Notwendigkeit und Bedarf (Besucherzahlen, Nachfrage) eines Ausbaus des Campingplatzes seien im angefochtenen Bescheid aber nicht näher erläutert. Man müsse schon das gesamte Projekt kennen und schauen, ob die Campingplatzerweiterung überhaupt genehmigungsfähig sei. Zudem stünden im Tannheimer Tal weitere Campingplätze zur Verfügung. Der erwähnte Druck auf öffentliche Parkplätze sei daher nicht schlüssig und Campen dort ohnehin verboten.

Gräns Bürgermeister Martin Schädle gelassen: „Jetzt schauen wir mal, wie das ausgeht. Sonst können wir immer noch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.“ Grän sei in Sachen Camper-Parkdruck sicher kein Hotspot im Tal wie etwa der Vilsalpsee. Aber natürlich nehme das Thema auch in seiner Gemeinde zu. Die auf öffentlichen Plätzen Angetroffenen konnten bisher höchstens darauf hoffen, die Nacht bleiben zu dürfen, wenn sie zu müde zum Weiterfahren waren. Für Schädle keine Dauerlösung. Die Campingplatzbetreiber waren am Dienstag nicht erreichbar.


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