L69-Anrainer in Musau: „Die Politik feiert sich und wir haben den Stau“

Verkehrslenkende Maßnahmen zur Entlastung des Reuttener Talkessels bescheren den Bewohnern der Roßschläg in Musau zusätzlichen Stau.

Die Musauer Evi Busslechner, Ulrich Kirchmayr, Josef Senner und Erwin Busslechner (v. l.) gehen an die Öffentlichkeit. Von Fahrverboten, die sich bewährt haben sollen, wie das Land Tirol erklärt, spüren sie nichts. Das Gegenteil hätten die Maßnahmen vor ihren Haustüren bewirkt.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Musau – Eigentlich hatten sie nicht vorgehabt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Als sie aber Dienstagfrüh die TT in Händen hielten und lesen mussten, wie erfolgreich das Land Tirol den Ausweichverkehr der Fernpassbundesstraße B179 auf die Umfahrung Reutte zurückgedrängt habe, da wurde es den Anrainern der L69 aus der Roßschläg in Musau zu viel. „Von den 12.700 Fahrzeugen, die an den Kontrollstellen abgewiesen wurden, wie der Landeshauptmann sagt, haben wir 10.000 abbekommen“, zeigt Josef Senner auf. Und mit ihm Evi und Erwin Busslechner sowie Ulrich Kirchmayr – alle aus der Fraktion Roßschläg. Sie sprechen im Namen von 15 Hausbesitzern an der „Reuttener Landesstraße“ und fordern eine merkbare Entlastung. So könne es nicht weitergehen.

Anstauen auf den Kontrollpunkt Pflach: In Musau/Roßschläg steht am Wochenende auf der L69 alles.
© Kirchmayr

Der Hintergrund: Um den Ausweichverkehr von der Fernpassstrecke in den Griff zu bekommen, wurden Fahrverbote in Kraft gesetzt, die den Talkessel Reutte vor „Überflutung“ schützen sollen. Durchreisende werden an den Wochenenden von Polizei und Straßenaufsichtsorganen überprüft und nötigenfalls in den Stau der Umfahrung Reutte zurückgewiesen. An den Einfahrten zu zwei lokalen Ausweichstrecken in Pinswang und Mus­au/Vils wurden dementsprechende Fahrverbotstafeln angebracht. Während diese Maßnahme bei der Nordeinfahrt zu Pinswang aber überwacht wird, negieren unzählige Verkehrsteilnehmer das Fahrverbot auf Musauer Seite – denn dort wird nicht kontrolliert. Die bauliche Situation lasse eine Kontrolle beim Knoten Ulrichsbrücke nicht zu, habe man ihnen erklärt. Der Rückstau würde dort sofort in den fließenden Verkehr ragen. So bekommen die Roßschläger dann den Rückstau vom nächsten Kontrollpunkt in Pflach ab, wo die Ausweichler endgültig in die Schranken gewiesen werden.

„Wir sind zwar wenige Menschen hier. Aber wir leiden sehr unter der zusätzlichen Belastung, die durch die Maßnahmen ausgelöst wurden. Landespolitiker und Verkehrsexperten sollen kommen, sich die Situation bei uns in der Roßschläg am Wochenende anschauen und eine Lösung finden. Dann muss halt woanders als am Knoten Ulrichsbrücke kontrolliert werden“, fordern sie.

Auch am Radweg Richtung Pflach/Oberletzen müsse sich einiges ändern, erklärt Evi Busslechner: „Eine geänderte Beschilderung und zusätzliche Kontrollen sind sicher notwendig.“ Denn Verkehrsteilnehmer würden den Radweg als weiteres Schlupfloch nutzen und Autos mit hoher Geschwindigkeit Kinder wie Erwachsene gefährden.

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