Vier Kandidaten rittern um Nachfolge von Kufsteins WK-Chef

Kufsteins WK-Obmann Martin Hirner verabschiedet sich in die Pension. Der „Lattella“-Erfinder übergibt die Kammerfunktion – aber auch seinen Betrieb.

Bei seiner Geburtstagsfeier vergangenes Wochenende stellte Kufsteins WK-Obmann Martin Hirner (l.) gemeinsam mit WK-Präsident Tirol Christoph Walser (3. v. l.) und Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl (3. v. r) seine potenziellen Nachfolger vor: (v. l.) Katrin Brugger, Barbara Schwaighofer, Manfred Hautz und Markus Gwiggner.
© Karrer

Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Erst Anfang März schritten die Tiroler Unternehmer zu den Wahlurnen, um ihre Vertreter in der Wirtschaftskammer zu bestimmen. Nun steht im Bezirk Kufstein die nächste Entscheidung in der Führungsriege an. Der hiesige Kammer-Obmann Martin Hirner verabschiedet sich in den kommenden Monaten in den Ruhestand. Vier Kandidaten rittern um die Nachfolge, die Übergabe von Hirners Unternehmen Berg Bauer an seinen ältesten Sohn ist bereits auf Schiene.

Die Bandbreite der potenziellen Nachfolger aus den Reihen des Wirtschaftsbunds ist groß: Die Wildschönauer Betreiberin eines Sport- und Skiverleihs, Katrin Brugger, würde die Aufgabe der Obfrau ebenso übernehmen wie die Landtagsabgeordnete Barbara Schwaighofer, die in Niederndorf einen Beherbergungsbetrieb führt. Ebenso aus dem Bereich Hotellerie stammt Manfred Hautz aus Scheffau, im Spiel ist auch der Wildschönauer IT-Fachmann Markus Gwiggner.

Der Bezirksausschuss werde in den kommenden Wochen einberufen, teilt Hirner mit. Bei der Entscheidung haben Tirols WK-Präsident und Wirtschaftsbund-Landesobmann NR Franz Hörl ein mächtiges Wort mitzureden.

Ob der neu bestimmte Obmann zum Neujahrsempfang im Jänner das Ruder übernehmen wird oder schon davor, will Hirner dem Gremium überlassen. „Die Zeit kommt für jeden einmal, ich will jedenfalls kein Sesselkleber sein“, sagt Hirner, der vergangenen Samstag seinen 62. Geburtstag feierte.

Das gelte auch für sein eigenes Unternehmern. Mit 1. September übernimmt Sohn Martin Hirner jun. die Geschäftsführung des Lebensmittelunternehmens Berg Bauer. Der Älteste von vier Geschwistern absolvierte eine kaufmännische Lehre bei einem Chemiehandelsunternehmen, gefolgt von sieben Jahren im Familienbetrieb. „Die jungen Leute müssen frei arbeiten können, es braucht auch neue Ideen“, signalisiert Hirner, der seinerzeit maßgeblich am Erfolg des Fruchtmolkegetränks „Lattella“ (damals unter Tirol Milch) beteiligt war, Vertrauen in die nachkommende Generation.

Für die Kammer wünscht sich Hirner einen „würdigen Nachfolger“. Wirtschaft und Behörden seien gut vernetzt, „wir sitzen im selben Boot und rudern gemeinsam“. Das zeige sich in der Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft, Arbeiterkammer und Arbeitsmarktservice. „Unternehmer werden vorher informiert, wenn etwas nicht passt, und nicht gleich bestraft. Das funktioniert nirgends so gut wie bei uns.“


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