Der neue Golf GTI: Starker Nachwuchs im Golfsrudel

Ein Mythos geht in die nächste Runde. Mit dem neuen GTI will VW auch bei der 8er-Generation des Golf die sportliche Klientel bei der Stange halten. Dazu kommen fünf neue Hybrid-Modelle.

Sportlich gekleidetes Kraftbündel der achten Generation: die Neuauflage des Golf GTI.
© Hersteller

Von Walter Schrott

Wolfsburg – Die Autobranche ist seit Monaten mit angezogener Handbremse unterwegs, doch Volkswagen tritt schon wieder kräftig aufs Gaspedal. Die gute Nachricht für eilige Benzinbrüder: Nachdem der 8er Golf Premiere gefeiert hat, rückt jetzt auch wieder eine absolute Ikone ins Golfsrudel nach: der GTI. Seit seiner Premiere im Jahr 1975 ist er als erfolgreichster Kompaktsportwagen aller Zeiten ganze 2,3 Millionen Mal vom Band gelaufen.

Mit 245 PS unter der Haube hat sich leistungsmäßig gegenüber dem Vorgänger (230 PS) relativ wenig geändert. Aber das aufgeladene Zweiliter-Performance-Kraftwerk hat VW rundum so sportlich eingekleidet wie kaum zuvor. Die markante Frontschürze im Wabendesign samt integrierten LED-Nebelleuchten im X-Layout, ein Taglichtband links und rechts vom VW-Logo und der obligate rote Zierstreifen heben den GTI schon vorne deutlich von den zivilen Brüdern ab. Und in der sportlichen Tonart geht es weiter. Frontspoiler, Seitenschweller und Heckdiffusor (alles mattschwarz) bilden eine umlaufende Einheit. Die beiden Abgasendrohre münden links und rechts vom Diffusor, rot lackierte Bremssättel, spezielle 17-Zoll-Räder und ein Dachkantenspoiler komplettieren den megastarken optischen Auftritt.

Auch innen dominiert ein sportliches Ambiente. Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, Multifunktionslenkrad samt GTI-Logo, Edelstahlpedale. Netter Gag: Beim Öffnen der Tür beginnt die Motor-Starttaste rot zu pulsieren, bis das Triebwerk zum Leben erwacht. Analoge Rundinstrumente früherer Zeiten sind längst Geschichte. Die neueste elektronische Architektur beim Infotainment macht die Kompakt-Rakete zum digitalsten GTI aller Zeiten. Mit umfassender optischer und technischer Individualisierung – sogar der Motorsound kann nach Lust und Laune konfiguriert werde­n.

Antriebstechnisches Highlight ist der neue Fahrdynamikmanager, der sowohl die elektronische Differenzialsperre als auch die Quer-dynamikanteile der optional ebenfalls geregelten Dämpfer des Fahrwerks ansteuert. Damit lassen sich über die Fahrprofilauswahl höchste Dynamik oder maximaler Komfort abrufen. Dass alle gängigen Assistenzsysteme an Bord sind, versteht sich von selbst.

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Die erste Ausfahrt hat bei uns mächtig Appetit geweckt auf den neuen GTI: Fulminant legt sich der Vierzylinder-Turbo ins Zeug, schon nach 6,3 Sekunden fällt die 100er-Schallmauer, bei 250 km/h der elektronische Anker. Die 245 PS werden vom blitzschnell schaltenden 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (ein manuelles 6-Gang-Getriebe folgt) perfekt verwaltet. Präzise und unglaublich agil lässt sich der GTI durchs Kurvenreich dirigieren. Dem für Fronttriebler sonst typischen Untersteuern zeigt das Hightech-Fahrwerk die kalte Schulter. Dafür gibt es Fahrdynamik pur bei uneingeschränktem Langstreckenkomfort. In Summe: Der neue GTI hat und kann alles, um den eindrucksvollen Erfolgslauf fortzusetzen. Bestellbar ab sofort, ab 42.990 Euro ist man dabei.

Im Rahmen der VW-Hybrid-Offensive kommen im Laufe der nächsten drei Monate fünf neue Golf-Modelle. Darunter drei Mild-Hybridler mit 110, 130 und 150 PS und zwei Plug-in-Hybridler mit 204 und 245 PS. Star unter den Teilzeitstromern ist zweifellos der GTE, der mit einer Systemleistung von 245 PS (E-Motor und Verbrenner gemeinsam) und 6,7 Sekunden für den 100er-Sprint dem GTI kaum in etwas nachsteht und dank neuer Batterie auf bis zu 80 Kilometer rein elektrische Reichweite kommt. An die Leichtfüßigkeit des GTI kommt er allerdings alleine schon gewichtsbedingt nicht ganz heran. Dafür ist er deutlich sparsamer unterwegs. Die Plug-in-Hybridler sind generell mit dem 7-Gang-DSG bestückt, die Mild-Hybrid-Modelle mit dem 6-Gang-DSG. Die Preisliste: Die Mildhybrid-Modelle liegen zwischen 30.990 und 35.850 Euro, die beiden Plug-in-Hybridler sind ab 42.990 bzw. 45.990 Euro zu haben.


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