Österreichische Gesundheitskasse fordert Rückstand aus 2013 ein

TT-Leserin S. erhielt eine sieben Jahre alte Nachforderung der Gesundheitskasse. Muss sie zahlen? Eine einfache Antwort gibt’s nicht.

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Von Cornelia Ritzer

Wien, Innsbruck – Eine überraschende Rechnung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erhielt TT-Leserin S. Der Inhalt des kurzen Schreibens: S. schulde der ÖGK 37,14 Euro und solle diese innerhalb von 14 Tagen einzahlen. Der Beitragsrückstand stamme aus dem Jahr 2013. Mehr Informationen gab es – neben dem Hinweis, auf welches Konto „zuzüglich allfälliger gesetzlicher Verzugszinsen“ einzuzahlen sei – nicht. Erst ein Anruf von S. bei der ÖGK brachte Aufklärung: Im Jahr 2013 arbeitete die TT-Leserin als mobile Pflegerin erkrankter Kinder, zeitgleich hatte sie eine geringfügige Beschäftigung. Aus dieser Mehrfachbeschäftigung stamme die Nachverrechnung der Krankenkasse. Auch seien ein Schreiben und eine erste Mahnung verschickt worden.

Die Tirolerin S. lebte und arbeitete im Jahr 2013 in Wien. „Ich habe aber nie ein­e Rechnung oder eine Mahnung erhalten“, wundert sie sich. Denn: „Sonst hätte ich diese Rechnung auch beglichen.“ Außerdem sei sie seit vielen Jahren durchgehend beschäftigt und versichert. S.: „Es gab sieben Jahre Zeit seitens der Kasse, mich auf die offene Forderung aufmerksam zu machen.“ Die Tirolerin betont, dass es ihr nicht um die rund 37 Euro ginge, „sondern um die Art und Weise, wie mit den Kunden umgegangen wird“.

Seit 1. Jänner 2020 gibt es die Österreichische Gesundheitskasse statt der neun Gebietskrankenkassen. Diese Reform soll die Strukturen effizienter und damit zukunftsfit machen. Dass nun Personen über alte Rückstände informiert werden, erklärt man sich mit der Neuerung, dass von der ÖGK nun auch zweite Mahnungen „automatisiert“ verschickt werden. „Zur Zeit der Wiener Gebietskrankenkasse wurden nie zweite Mahnungen versendet, das ist nun in der ÖGK Standard“, informiert der Fachbereich. Vor allem bei Beträgen unter 100 Euro habe man „keine Einbringungsmaßnahmen gesetzt“.

Doch gilt die Forderung sieben Jahre später? Das Thema Verjährung könnte „nicht allgemein“ beantwortet werden. „Hier ist immer der Einzelfall zu prüfen, ob tatsächlich Verjährung eingetreten ist“, so die Fachabteilung. Die ÖGK betont ihre Bereitschaft zu „Kulanzlösungen“. S. will vorerst nicht zahlen.


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