Ein Viertel der Fußgängerunfälle 2019 auf Schutzwegen passiert

Der Schulweg sollte mit Kindern trainiert werden.
© ÖAMTC

Innsbruck – 82 Verletzte und zwei Todesopfer. So lauten die Daten einer Statistik über Unfälle auf Schutzwegen für das Jahr 2019 in Tirol, auf die der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gestern aufmerksam gemacht hat. So wurde im Schnitt im Vorjahr jeden vierten Tag eine Fußgängerin oder ein Fußgänger auf einem Schutzweg von einem Fahrzeug angefahren. 23 Menschen trugen schwere Verletzungen davon.

„Der Lenker eines Fahrzeuges darf sich einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass er das Fahrzeug vor dem Schutzweg anhalten kann“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer mit Verweis auf den Paragraphen 9 der Straßenverkehrsordnung. „Die Unfallstatistik zeigt leider, dass diese eindeutige Regelung zu häufig missachtet wird.“ Der VCÖ fordert nicht nur mehr Schutzwege, sondern ortet auch einen Verbesserungsbedarf, was die Gestaltung betrifft. „Das Umfeld von Schutzwegen ist so zu gestalten, dass Autofahrende eine gute Sicht auf Personen haben, die die Straßen überqueren möchten. Hier ist wichtig, dass auf Bundesebene das bestehende Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf mindestens zehn Meter erweitert wird“, fordert der VCÖ.

Anlässlich des bevorstehenden Schulstarts erinnert der Autofahrerclub ÖAMTC Eltern an die Pflicht, ihrem Nachwuchs die Regeln im Straßenverkehr und für den Schulweg näherzubringen und auf die richtige Ausrüstung zu achten. Generell gilt für Erziehungsberechtigte bis zum 18. Lebensjahr des Kindes die Aufsichtspflicht. Diese könne aber mit zunehmendem Alter gelockert werden, so ÖAMTC-Juristin Eva Unger: „Grundsätzlich obliegt beim Schulweg viel der Einschätzung der Erziehungsberechtigten. Sie entscheiden, ob ihre Kinder schon dazu in der Lage sind, allein unterwegs zu sein. Andernfalls müssen Erziehungsberechtigte für Begleitung sorgen.“ (TT)


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