Vorgezogene Reform bringt Steuersenkung für 487.000 Tiroler

Die wegen der Corona-Krise auf 1. September vorgezogene Steuerreform bringt laut Finanzministerium allein in Tirol eine Steuerentlastung von 143 Mio. Euro. Ziel sei eine Ankurbelung des privaten Konsums.

Eine Steuerentlastung und ein Kinderbonus sollen Österreichs Familien mehr Geld für ihre Ausgaben bringen.
© thomas boehm

Wien, Innsbruck – Ab morgen Dienstag trete die Steuerreform in Kraft, so das Finanzministerium. Die Senkung werde rückwirkend bereits mit 1. Jänner 2020 wirksam und spürbar, für bereits versteuerte Gehälter werde es eine entsprechende Rückerstattung im September geben.

„Wir wollen, dass den Menschen mehr Geld im Börserl bleibt und damit auch Impulse für den Konsum setzen. Gerade jetzt braucht es wieder mehr Optimismus und Zuversicht und mit unseren Maßnahmen leisten wir einen Beitrag dafür“, sagt Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zu den Entlastungsmaßnahmen. Die Bürgerinnen und Bürger würden entlastet, die Abgabenquote sinke mit den Maßnahmen „weiter in Richtung 40 Prozent“. Das Konjunkturpaket hat laut Blümel drei Schwerpunkte:

Erster Punkt ist die Senkung der Lohn- und Einkommensteuer: Einkommensteile von 11.000 bis 18.000 Euro wurden bisher mit einem Steuersatz von 25 Prozent besteuert. Dieser Eingangssteuersatz wird auf 20 Prozent gesenkt. Dies führe zu einer Entlastung der Lohn- und Einkommensteuerzahler von bis zu 1,6 Mrd. Euro jährlich. Der abgesenkte Steuersatz in Höhe von 20 Prozent gilt rückwirkend ab 1. Jänner 2020.

Punkt zwei ist die Auszahlung eines Kinderbonus: Im September 2020 wird für jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, ein zusätzlicher Bonus in Höhe von 360 Euro ausgezahlt.

Dritter Punkt ist die Erhöhung der Sozialversicherungs-Rückerstattung: Um Arbeitnehmer, die kein steuerpflichtiges Einkommen (bis 11.000 Euro) beziehen, zu entlasten, wird der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag von bisher maximal 300 Euro auf maximal 400 Euro angehoben. Gleichzeitig wird der maximale SV-Bonus im Rahmen der SV-Rückerstattung ebenfalls von bisher 300 Euro auf 400 Euro angehoben. Dies gilt ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2020.

Das Finanzministerium nannte einige Beispiele, wie sich die Steuermaßnahmen auf das Geldbörserl auswirken sollen: Ein Arbeitsloser (Beschäftigung bis Juni mit 2350 und ab September mit 2200 Euro) bekomme jährlich 800 Euro mehr (450 über Arbeitslosenbonus und 350 Euro über den Tarif), ein Arbeitsloser mit derselben Beschäftigung und mit einem Kind 1160 Euro mehr dank des Kinderbonus von 360 Euro. Ein Arbeitnehmer mit 2000 Euro Verdienst und einem Kind profitiere insgesamt mit 710 Euro, ein Arbeitnehmer mit zwei Kindern mit 1070 Euro.

Wie hoch die individuelle Ersparnis ist, kann laut Ministerium online unter www.bmf.gv.at/rechner ausgerechnet werden. Möglich mache dies die Erweiterung des Brutto-Netto-Rechners. (TT)


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