ÖFB-Präsident Windtner hofft auf Nations-League-Gruppensieg

ÖFB-Präsident Leo Windtner hat für den Länderspiel-Herbst den Gruppensieg in der Nations League als Ziel anvisiert. Setzt sich das österreichische Fußball-Nationalteam bei der zweiten Auflage des Turniers gegen Norwegen, Rumänien und Nordirland durch, winkt der lukrative Aufstieg in Liga A. Diesen hatten die Österreicher bei der Premiere vor zwei Jahren verpasst.

„Wir haben gemeinsam die Losung ausgegeben, dieses Mal, wenn es nur irgendwie geht, die Gruppe gewinnen zu wollen. Die Chancen sind intakt“, sagte Windtner vor dem Auftakt am Freitag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Norwegen der APA - Austria Presse Agentur. Drei Tage später wartet in Klagenfurt ein Heimspiel gegen Rumänien.

Nicht weniger als sieben Spieler stehen beim ersten Doppel nicht zur Verfügung, darunter die Topstars David Alaba und Marko Arnautovic. „Natürlich fehlen uns diese Führungsspieler. Wir wissen aber auch, dass wir eine durchaus respektable Breite haben im Nationalteam“, meinte Windtner. „Ich bin zuversichtlich. Auch unter schwierigen Umständen bringen wir die Qualität mit, einen guten Start zu schaffen.“ Dieser sei auch nötig, um das „klare Ziel“ Gruppensieg zu realisieren. „Wir haben einige gewaltige Hürden vor uns, aber die wollen wir nehmen.“

2018 war der Aufstieg mit Platz zwei hinter Bosnien ausgeblieben. „In der A-Liga ist man im Bereich der europäischen Fußball-Prominenz. Dort mit dabei zu sein, wäre für Österreich ein Traum“, betonte Windtner. Der Verbandschef verwies neben dem sportlichen auch auf einen „beachtlichen wirtschaftlichen Hintergrund, der mitspielt“.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Duelle mit Weltmeister Frankreich, Deutschland oder England würden Mehreinnahmen bringen - und der Gruppensieg Selbstvertrauen. „Wenn wir einen starken Herbst hinlegen, ist das Rückenwind für das erste Halbjahr 2021“, erklärte Windtner. In diesem stehen nicht nur der Start der WM-Qualifikation, sondern auch die verschobene EM auf dem Programm, bei der man laut Windtner „die Delle aus 2016 beheben“ will.

An welchem der beiden großen Ziele Teamchef Franco Foda primär gemessen wird, wollte der Oberösterreicher nicht beantworten. Der Vertrag des Deutschen war Ende Mai bis zumindest Ende der WM-Quali im November 2021 verlängert worden - und würde bei einer Teilnahme an der WM 2022 in Katar automatisch ein weiteres Jahr gelten.

Dem Teamcamp in Pörtschach stattet Windtner am Dienstag einen Besuch ab. „Es ist wichtig, dass man ein paar grundsätzliche Botschaften an das Team richtet in dieser schwierigen Zeit“, meinte der 70-Jährige. Die nächsten beiden Halbjahre seien ob der Konzentration wichtiger Partien für alle ÖFB-Nationalteams, auch Frauen und U21, zukunftsweisend.

Der enge Terminkalender nach der Corona-Pause hat aber auch Schattenseiten. „Wir haben gewusst, dass es eine Belastung für die Spieler erzeugt, wie sie noch nie da gewesen ist.“ Mit Ausfällen sei laut Windtner zu rechnen gewesen. „Es trifft nicht nur Österreich, es trifft alle Nationen. Es ist eine außergewöhnliche Situation, die wir durchsteuern müssen. Es ist besser, der Ball rollt auch in schwierigen Umfeld-Bedingungen, als er würde zum Stillstand kommen.“

Die Hoffnung, bereits gegen Rumänien eine beschränkte Zahl von Zuschauern zulassen zu können, erfüllte sich nicht. Nicht die österreichischen Behörden, sondern der europäische Verband sprach sich dagegen aus. „Die UEFA will kein Risiko eingehen, das verstehe ich auch“, sagte Windtner, betonte gleichzeitig aber die Bedeutung von Fans bei Länderspielen. „Das Nationalteam ist das Flaggschiff jeder Fußball-Nation, eine Institution, die Begeisterung auslösen und weitertragen kann.“

Windtner hofft auf Oktober und November, wenn sechs weitere Länderspiele, drei davon in Österreich, anstehen. „Man wird sehen, wie sich die Infektionskurven entwickeln.“ Mit positiven Erfahrungswerten von den September-Partien wäre eine Lockerung noch im Herbst „durchaus denkbar“. Ob die EM 2021 tatsächlich in zwölf Ländern ausgetragen werden könne, wollte der ÖFB-Chef neuneinhalb Monate vor Turnierstart dagegen noch nicht bewerten. „Wir werden bis ins nächste Jahr Flexibilität einbringen müssen.“


Kommentieren


Schlagworte