Vater Wolfgang Thiem vor Auftakt bei US Open: „Dominic ist immer ein Favorit“

Vorteil Dominic Thiem – oder doch nicht? Nach vielen Absagen und an Nummer zwei gesetzt befindet sich Österreichs Tennis-Star bei den US Open in der Favoritenrolle. Heute (18.30 Uhr) wartet der schwierige Auftakt.

Nach drei Siegen gegen den 23-jährigen Spanier Jaume Munar ist Dominic Thiem heute im vierten Duell der haushohe Favorit.
© gepa

Von Roman Stelzl

New York – 61 Minuten Spielzeit, drei Games, zwei (!) Punkte bei Aufschlag des Gegners, 2:6, 1:6 gegen Filip Krajinovic (SRB). Es war eine bittere Ohrfeige, die Dominic Thiem vergangene Woche beim Masters in New York kassierte. Doch sie kam zum richtigen Zeitpunkt, denn nun ist Österreichs Tennis-Star hellwach für die Jagd, die heute bei den US Open gegen den Spanier Jaume Munar (2. Partie nach 17 Uhr, live Servus TV) beginnt.

Der ab Donnerstag 27-jährige Weltranglisten-Dritte ist aufgrund des Fehlens von Rafael Nadal (ESP) erstmals als Nummer zwei gesetzt. Nur noch der heuer überragende Serbe Novak Djokovic (23 Spiele, 23 Siege) ist vor Thiem. Nach den Absagen der Superstars Nadal und Roger Federer richtet sich das Scheinwerferlicht auf den Australian-Open-Finalisten – eine ungewohnte Situation.

Mit der soll der 16-fache ATP-Turniersieger aber gut umgehen. „Dominic ist immer Favorit auf den Turniersieg. Die Setzung spielt da keine Rolle und hat mit der aktuellen Form auch nicht unbedingt was zu tun“, sagt Vater und Trainer Wolfgang Thiem, der aufgrund der strengen Corona-Bestimmungen von zuhause aus dem Treiben in New York zusieht. Von größeren Chancen nur aufgrund der vielen Absagen will der Lichtenwörther nichts wissen: „Wer hat schon abgesagt? Dominic hat immer eine Chance, wenn er gut spielt.“

Die Generalprobe gegen Krajinovic sei zwar „komplett in die Hose gegangen“, solle aber trotz derselben Anlage, auf der gespielt wird, nicht überbewertet werden. „Das Spiel wurde auf einem der Außenplätze ausgetragen, die sind viel schneller als die großen Courts. Diese Niederlage würde ich nicht dramatisieren und jetzt alles in Frage stellen“, meinte Wolfgang Thiem.

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Auch die „Bubble“, in der die Spieler abgeschottet werden, soll für den dreifachen Grand-Slam-Finalisten kein Problem sein. „Aber wenn einer sagt, ihm taugt das, dann lügt er. Das ist wie ein Fünf-Sterne-Gefängnis oder ein Aufenthalt im Skigebiet, wo du immer nur dieselbe Piste runterfahren darfst. Das nervt dann auch irgendwann.“

„Wenn ich nicht voll da bin, wird die Reise relativ schnell vorbei sein“

Dominic Thiem selbst versucht vor allem die Niederlage vor wenigen Tagen auszublenden („Ich weiß, Dinge können sich sehr schnell ändern“) und blickt frohen Mutes auf das vierte Duell mit dem 23-jährigen Spanier Munar (103. der Weltrangliste) voraus. Die bisherigen drei Duelle auf Sand gewann der Niederösterreicher – Munar schlägt zum ersten Mal überhaupt bei den US Open auf.

Der Sieg ist – gelinde gesagt – ein Muss. Wettbüros spucken teils eine Quote von 1,05 für einen Thiem-Erfolg aus.

Die Chancen stehen gut, dass es am Geburtstag in zwei Tagen ein Duell um den Drittrunden-Einzug gibt. „Wenn ich meine beste Leistung abrufe, wenn ich gut spiele, gut fighte und voll drinnen im Match bin, habe ich gute Chancen. Wenn ich nicht voll da bin, wird die Reise relativ schnell vorbei sein“, fasste es Thiem zusammen. Zu gewinnen gibt es viel: Im Vorjahr kam überraschend in Runde eins gegen Thomas Fabbiano (ITA) das Aus. Doch auf Überraschungen hat in New York heuer keiner Lust.

Djokovic mit klarem Erstrunden-Sieg bei US Open

Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat bei den US Open in New York locker die zweite Runde erreicht. Der 33 Jahre alte Serbe setzte sich am Montag (Ortszeit) im ersten Match der sogenannten Night Session gegen Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina in knapp zwei Stunden Spielzeit mit 6:1, 6:4, 6:1 durch. Djokovic trifft nun am Mittwoch auf den Briten Kyle Edmund.

"Ich hatte viel Selbstvertrauen nach der letzten Woche", sagte Djokovic mit Mund-Nasen-Schutz im Siegerinterview im fast leeren Arthur-Ashe-Stadium. Am Samstag hatte er bei der von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Veranstaltung den Titel geholt. Bei den US Open strebt Djokovic in Abwesenheit von Titelverteidiger Rafael Nadal und Roger Federer seinen 18. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier an.

Am Dienstag ist auch Österreichs Top-Spielerin Barbara Haas im Einsatz. Die Oberösterreicherin spielt gegen die ehemalige weißrussische Weltranglisten-Erste Viktoria Asarenka (4. Match nach 17 Uhr).


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