Tiroler Wirecard-Vorständin Susanne Steidl ist Beraterin

Das Insolvenzverfahren über den von einem Bilanzskandal erschütterten Zahlungsdienstleister Wirecard wurde eröffnet, 730 Mitarbeiter samt Vorstand sind von Kündigungen betroffen.

Insolvenzverwalter Michael Jaffejat mit der Zerschlagung des Konzerns begonnen.
© CHRISTOF STACHE
Ex-Vorständin Susanne Steidl berät die insolvente Wirecard.
© Wirecard

Wien –Das Insolvenzverfahren über den von einem Bilanzskandal erschütterten Zahlungsdienstleister Wirecard wurde eröffnet, 730 Mitarbeiter samt Vorstand sind von Kündigungen betroffen. Wobei vom vierköpfigen Vorstand zwei Monate nach dem Insolvenzantrag nur noch Produktvorständin Susanne Steidl und Finanzvorstand Alexander von Knoop beschäftigt waren – Ex-Chef Markus Braun sitzt in Haft, Asien-Vorstand Jan Marsalek ist bekanntlich auf der Flucht. Steidl – eine gebürtige Tirolerin – soll auch nach der Kündigung noch Teil des Wirecard-Teams sein, sie habe einen Beratervertrag erhalten, damit der Insolvenzverwalter auf ihre operativen Kenntnisse zurückgreifen kann. Das berichtet das Handelsblatt. Steidl hatte zuletzt die Wirecard-Geschäfte am Hauptsitz in Aschheim geführt.

Um wenigstens einen Bruchteil der Forderungen von Wirecard-Geschädigten zu erfüllen, hat Insolvenzverwalter Michael Jaffe parallel mit der Zerschlagung des Konzerns begonnen. Außerdem sicherte sich die Staatsanwaltschaft Zugriff auf erhoffte Vermögenswerte bei den früheren Top-Managern. Die Strafverfolger erwirkten beim Amtsgericht München Arrestbeschlüsse in dreistelliger Millionenhöhe bei insgesamt vier Personen und drei Gesellschaften. Mit solchen Beschlüssen versucht die Staatsanwaltschaft, für die Geschädigten des mutmaßlich milliardenschweren Betrugs zu retten, was zu retten ist. Damit dürfen unter anderem Banken Geldbeträge von Konten der Betroffenen nicht mehr auszahlen. (APA, TT)

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