Bahnunfall in Niederösterreich - Diversion für Verschieber

Mit einer Diversion hat am Montagnachmittag in St. Pölten der Prozess um einen Bahnunfall mit 18 Verletzten in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) geendet. Der nunmehr 55 Jahre alte Verschieber muss 2.900 Euro bezahlen, dann wird das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gemeingefährdung eingestellt. Der Mann hatte zuvor Verantwortung für das Geschehen übernommen.

„Sie sind ja keine Maschine, es ist Ihnen ein Fehler unterlaufen, der Auswirkungen auf eine Vielzahl von Personen gehabt hat“, sagte der Einzelrichter. Es sei kein Vorsatz vorgelegen, außerdem keine Alkoholisierung. Hinzu komme „jahrelanges Wohlverhalten“ des 55-Jährigen, hatte der Richter das Diversionsangebot begründet, mit dem sich der Staatsanwalt und der Verteidiger gleichermaßen einverstanden zeigten.

Der Beschuldigte war als Verschieber am Bahnhof Randegg tätig. Er soll dafür verantwortlich sein, dass sich am 19. Oktober 2016 eine Wagengruppe - bestehend aus einem Mannschafts- und vier Güterwagen - losgelöst hatte und den etwa 20 Kilometer langen Weg bis Wieselburg unkontrolliert zurücklegte. Bei einem Zusammenstoß der herrenlosen Waggons mit einem Regionalzug, der aus St. Pölten nach Scheibbs unterwegs war, erlitten vier Personen schwere und 14 leichte Blessuren.

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