Coronavirus: Sieben Tage auf Testergebnis gewartet

Die Tiroler Labore stoßen bei der Auswertung der Corona-Tests an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine Woche musste eine Unterländerin darauf warten.

1000 bis 1500 Tests wurden zuletzt täglich durchgeführt. Bei der Auswertung kommt es aber immer wieder zu Verzögerungen. Eine Unterländerin musste sogar sieben Tage auf ein Ergebnis warten. (Symbolfoto)
© APA

Kufstein – Hat man sich das Covid-Virus eingefangen oder nicht? Ein beklemmendes Gefühl, sagen viele, begleite einen, bis das Ergebnis des Corona-Tests endlich vorliegt. Für eine Unterländerin dauerte diese ungewisse Phase länger als geplant: Sie hatte bereits einen positiven Fall im selben Haushalt, musste aber ganze sieben Tage auf ihr eigenes Testergebnis warten. Längere Wartezeiten von bis zu vier Tagen sind „momentan leider drin“, wie Kufsteins Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer erklärt. Die überdurchschnittlich lange Zeit habe die Frau aber zu Recht stutzig gemacht.

Eine Woche ohne Rückmeldung sei ungewöhnlich und auf jeden Fall ein Grund, sich bei der Bezirkshauptmannschaft aktiv zu melden.

Das letztlich negative Test­ergebnis der Unterländerin brachte auch für ihren Arbeitgeber die Erlösung. Die Dame kam ihrer Pflicht zum Schutz ihrer Kollegen bis zur Nachricht aus der Behördestube nicht nach.

In Ausnahmefällen kann es länger dauern

Vier Labore werten die zuletzt 1000 bis 1500 täglichen Testungen in Tirol aus. Unterstützen soll demnächst das Zentrallabor an den Tirol Kliniken. Die Gesundheitsbehörden stellen an sich selbst den Anspruch, Ergebnisse innerhalb von 36 Stunden nach Abstrich bekannt zu geben, heißt es dazu vom Land Tirol. „Wenn sich mehrere Fälle und Cluster in einem Bezirk häufen und sich in diesen Fällen eventuell auch das Contact Tracing und die weiteren labortechnischen und behördlichen Abklärungen als besonders aufwändig gestalten, kann es in Ausnahmefällen länger dauern.“

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Nicht nur die Labore stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen – auch die Bezirkshauptmannschaften drehen am Rad. Platzgummer schildert, 25 Mitarbeiter (ohne Mediziner) seien allein in der Festungsstadt im Einsatz, um die vielen Anfragen abzuarbeiten – auch am Wochenende.

Der Bezirkshauptmann appelliert an die Getesteten, sich in Geduld zu üben. „Sobald ein Ergebnis vorliegt, nehmen unsere Mitarbeiter Kontakt mit der entsprechenden Person auf. Ist das noch nicht passiert, gibt es auch noch kein Ergebnis.“

Viele würden sich noch am Tag des Abstriches bei der BH melden, teilweise mehrmals. Das sei nicht nur sinnlos, es blockiere auch die Leitung für andere Hilfesuchende – nicht nur hinsichtlich Corona-Fragen. (jazz)


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