Ungarn führt strenge Einreisebeschränkungen ein

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft die ungarische rechtsnationale Regierung die Corona-Bestimmungen und führt ab Dienstag strenge Einreisebeschränkungen ein. Ausländische Staatsbürger dürfen damit nur mit begründeter Ausnahme ungarisches Territorium betreten. Sondergenehmigungen für eine Einreise gibt es nur für Pendler, Geschäftsleute und Bürger aus den Visegrad-Staaten.

Bürger aus Polen, Tschechien und Slowakei dürfen mit einem höchstens fünf Tage alten negativen Coronavirus-Test einreisen, wenn sie vorher in Ungarn für September Unterkünfte wie Hotels oder Pensionen gebucht hatten, teilte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf Facebook mit. Gleiches gilt für ungarische Staatsbürger, die in den betroffenen Ländern Unterkünfte reserviert hatten. Auch sie können mit einem negativen Test nach Ungarn zurückkehren.

Medien kritisierten diese Ausnahme, da ungarische Staatsbürger bei der Einreise nach Ungarn aus anderen Staaten außer den Visegrad-Ländern wesentlich strengere Auflagen erfüllen müssen: 14 Tage Quarantäne, außer wenn sie zwei negative Coronavirus-Tests aufweisen können, die in einem Abstand von zwei Tagen innerhalb der Quarantäne gemacht wurden.

In Österreich sorgte die Maßnahme des Nachbarlands vor allem bei Wirtschaftskammer und Industriellen Vereinigung für Kritik. Künftig sind Geschäftsreisen von Österreich nach Ungarn nur dann vom Einreiseverbot ausgenommen, wenn eine österreichische Firma über eine Niederlassung in Ungarn verfügt. Pendler dürfen nur aus dem Umkreis von 30 Kilometern nach Ungarn einreisen und sich dort maximal 24 Stunden aufhalten. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) erklärte, das Grenzmanagement werde „so wie im Frühjahr - durch Ausnahmeregelungen und enge Abstimmung - ablaufen“.

Im Schatten der Pandemie beginnt unterdessen für 1,2 Millionen Schüler nach einem halben Jahr Coronavirus-Pause das neue Schuljahr - eine Herausforderung für Lehrer und Eltern. Letztere befürworten nach der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Nezöpont zu 78 Prozent den Schulstart, erfreut über das Ende des digitalen Unterrichts und der Isolierung der Kinder. Ausgerüstet mit Schutzmasken und Vorschriften für das richtige Verhalten begannen die Schüler den Unterricht. Zugleich bestehen aber massive Zweifel, ob die Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen eingehalten werden können.