Parkplätze müssen in Schwaz Baustellenverkehr weichen

Enge Straßen machen die Zufahrt zur Baustelle am Raika-Parkplatz in Schwaz zur Herausforderung. Zahlreiche Stellflächen wurden gesperrt.

Am ehemaligen Raika-Parkplatz in Schwaz sind am Montag die Bagger aufgefahren. Durch die Baustelle fallen viele Stellplätze weg.
© Dähling

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Am Montag sind am so genannten Raika-Parkplatz im Schwazer Stadtzentrum die Bagger aufgefahren. Wie berichtet baut dort die Raiffeisen-Regionalbank Schwaz ein Dienstleistungszentrum, wo Wohnen und Arbeiten Platz finden sollen. Auch eine Tiefgarage mit rund 170 Stellplätzen ist geplant. Bis Herbst 2022 soll das gesamte Quartier fertig sein.

Doch bis dahin müssen die Schwazer Geduld beweisen. Denn die Baustelle ist von engen Gassen und verwinkelten Straßen umgeben. Auch zwei Kindergärten befinden sich in unmittelbarer Nähe. Für die Schwertransporte eine Herausforderung. Daher wurde mehrfach von Mandataren ein Verkehrskonzept für die Baustelle gefordert. „Ob man es nun Konzept nennt oder nicht, wir haben uns viele Möglichkeiten und Strategien überlegt, wie man den Verkehr dort bestmöglich abwickeln könnte. Manche Gegebenheiten wie enge Straßen können wir nicht ändern. Aber wir haben eine gute Lösung gefunden“, sagt Verkehrsreferent GR Tarik Özbek (Grüne). Eine Baustelle mit „dieser Dimension“ habe es in Schwaz schon länger nicht mehr gegeben.

Es wurde eine geeignete Route für die Lkw durch die Stadt gefunden. Doch nicht ganz ohne Wermutstropfen: Denn rund 34 Parkplätze – vor allem in der Ludwig-Penz- und der Gilm-Straße – fallen für die Anrainer weg. Aber auch sämtliche Stellplätze am ehemaligen Raika-Parkplatz sind seit Montag passé. Und das in einer Stadt, in der ohnehin um jeden Parkplatz gestritten wird. Stellplätze, Zonenerweiterungen und Geführenpflicht sind stets heiß diskutierte Themen in der Silberstadt. Doch der Verkehrsreferent sieht es derzeit noch gelassen: „Der erste Tag hat super funktioniert. Bisher sind keine Beschwerden eingetroffen.“

Man habe sämtliche Anwohner und Betroffene vorab gut informiert, auch mit den Kindergärten erste Besprechungen geführt. „Auch die Raika hat ihre Kunden informiert“, sagt Tarik. Laut Stadtbaumeister-Stv. Wolfgang Moser sind rund 750 Briefe seitens der Stadt an die umliegenden Haushalte ergangen.

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Die einzige Möglichkeit für eine Zufahrt zur Baustelle ist über die Ullreich-Straße. „Daher wird diese komplett gesperrt und nur von den Lkw für die Zu- und Abfahrt genutzt“, erklärt Moser. Die Postgasse auf der anderen Seite des Areals ist viel zu schmal und ein Einbiegen fast unmöglich. Die Gasse wird aber auch gesperrt. Der obere Teil ist für Fußgänger geöffnet, damit die Erreichbarkeit verschiedener Einrichtungen gegeben ist. Damit der Verkehr trotz Baustellenzufahrt noch fließen kann, wurden eben entlang der Gilm-, Ludwig-Penz-Straße und Burggasse die Parkflächen gesperrt. „Etwa zwei Drittel der 34 Stellplätze können aber in den Nachtstunden von den Anrainern genutzt werden. Die Autos müssen aber vor Baustellenbeginn täglich wieder weggefahren werden“, erklärt Moser.

Das habe viele Anrainer etwas beruhigt und ihre Sorgen gemildert. Immerhin wird rund zwei Jahre lang gebaut und Parkplätze sind in diesem Bereich Mangelware. Laut Moser haben viele Raika-Mitarbeiter um eine Angestellten-Parkkarte angesucht, um ihre Fahrzeuge beim Eni-Parkplatz etwas außerhalb abzustellen. „Außerdem haben wir zwei Tiefgaragen in der Innenstadt und im Oktober wird auch das Parkhaus am Königfeld fertig. Es gibt also genug Ausweichmöglichkeiten“, meint Moser.

Auf die veränderte Situation reagiert habe laut Moser das Modehaus Zins unweit der Baustelle. „Für die dortigen zehn Parkplätze ist künftig eine Schrankanlage geplant, damit dort nur noch die Kunden parken können“, sagt Moser.

Die Verkehrsregelung ist laut Stadtbauamt bis Ende April 2021 befristet. „Dann sollte der Rohbau stehen“, sagt Moser. Dann wolle man weitersehen.


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