Tanzschulen und Corona: Schritt für Schritt auf der Suche nach Normalität

Tirols zertifizierte Tanzschulen haben schwierige Monate hinter sich. Für den Herbst sind die Betreiber aber optimistisch.

Für die Tanzbegeisterten startet jetzt dann wieder die heiße Phase. Doch die Ballsaison wackelt gewaltig.
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Innsbruck – Ein Schritt zurück, ein Schritt vor: Die Corona-Krise hat die heimischen Tanzschulen aus dem Takt gebracht. Zwei Monate lang gab es zwischen März und Mai keinen Unterricht – ausgerechnet in jener Zeit, in der viele Paare einen Kurs vor der Hochzeitssaison buchen. Mittlerweile hat die Branche den neuen Rhythmus aufgenommen, viele Paare konnten die Kurse über den Sommer nachholen und wollen sich die nächsten Wochen an einen Hochzeitswalzer wagen. Doch vor dem Herbst, einer Zeit, in der sonst traditionell viele Menschen einen Tanzkurs besuchen, gibt es viele Fragezeichen. Bei den zertifizierten Betrieben in Tirol aber auch Optimismus.

„Wir haben zehn bis 15 Prozent der Gäste, die verängstigt sind, eher aus dem Single-Bereich. Aber wir können ihnen mit viel Aufklärung die Angst nehmen“, sagt Andreas Zagl­maier, Ex-Dancing-Star und Tanzschulbesitzer. „Die ersten Gäste, die bei uns nachgefragt haben, waren die Senioren, und ihr Lächeln nach dem ersten Kurs war das tollste Geschenk“, blickt er zurück.

Klare Regeln, Abstand, Hygiene, beschränkte Teilnehmerzahlen: Die Schulen versuchen alles, um den Tanzfreunden einen sicheren Kurs zu bieten, wie man betont. Die fünf zertifizierten Tanzschulen sprachen gestern bei Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP) vor und schilderten die Herausforderungen in der Branche. Hoffnung auf die Ballsaison konnte die Landesrätin aber keine machen.

„Die Hygienemaßnahmen machen wir zur Fürsorge unserer Kunden“, sagte Hubert Vallazza von der gleichnamigen Tanzschule. Während des Lockdowns hat man hier eine Dance-App kreiert und damit durchaus Erfolg gehabt. „Tanzen ist gesund und auch eine gute Möglichkeit, die aufgestaute Energie abzubauen.“

Einig ist man sich bei den Tanzschulbesitzern, dass das heurige Jahr einer Achterbahnfahrt gleicht. Auch aktuell sitze man ständig auf Nadeln, wie Julia Polai erklärt: „Es muss nicht ein Vorjahresergebnis erreicht werden. Wir freuen uns, dass wir etwas machen können.“ Gleich zu Beginn seien viele Stammkunden in die Tanzschule Polai gekommen und hätten angefragt, wann man wieder einen Kurs buchen könne – auch um das Familienunternehmen zu unterstützen.

Alle Schulen eint, dass die Kurse relativ kurzfristig angeboten werden – darauf habe man sich gut eingestellt. Ein Umbau, der mit der Corona-Krise zusammenfiel: Diese Herausforderung hat Barbara Krassnitzer mit ihrem Tanzstudio in Imst gemeistert. Mittlerweile seien die Kurse wieder voll, der Blick nach vorne gerichtet. „Wir bieten auch Single-­Tanz an, um die Abstände einzuhalten, und schauen sehr genau, dass wir die Hygiene einhalten“, sagt sie.

Eddy Weichselbraun blickt trotz der schwierigen Phase optimistisch in die kommenden Wochen. „Wir haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Tanzschulen auf verschiedene Art und Weise funktionieren.“ Und so sollen die künftigen Schritte vor allem vorwärts gehen. (mw)

Die Tiroler Tanzschulen trafen sich gestern bei LR Patrizia Zoller-Frischauf und wiesen auf die schwierige Lage der Einrichtungen in den vergangenen Monaten hin.
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