Prozess um Anschlag gegen „Charlie Hebdo“ in Paris eröffnet

Mehr als fünf Jahre nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter begonnen. Das Verfahren wurde am Mittwoch vor einem Pariser Schwurgericht unter hohen Sicherheitsvorkehrungen eröffnet. Angeklagt sind 13 Männer und eine Frau. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen bis hin zu lebenslanger Haft.

Die Verdächtigen sollen das islamistische Brüderpaar Chérif und Saïd Kouachi unterstützt haben, das am 7. Jänner 2015 die Redaktion von „Charlie Hebdo“ stürmte und zwölf Menschen tötete, darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Zudem halfen sie laut Anklage dem Extremisten Amédy Coulibaly, der in den darauffolgenden Tagen eine Polizistin tötete sowie vier weitere Menschen bei der Geiselnahme in einem von Juden besuchten Supermarkt. Die drei Attentäter wurden durch die Polizei gestellt und getötet.

Der für Anti-Terrorismus zuständige Staatsanwalt Jean-François Ricard erklärte, der Prozess habe zwei Ziele: „der Wahrheit nahe zu kommen“ und die Überlebenden zu Wort kommen zu lassen.

Der Redaktionsleiter von „Charlie Hebdo“, Laurent Sourisseau, schrieb in einer Sonderausgabe der Zeitung: „Ein Prozess reicht nicht aus.“ Er äußerte die Hoffnung, dass „in zehn, 20 Jahren freiere Geister zum Vorschein kommen als die unserer Zeit“. In der Sonderausgabe sind erneut die Mohammed-Karikaturen zu sehen, mit denen die Islamisten ihre Tat begründeten.

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