353 Bootsmigranten erreichten Palermo

Die 353 Migranten an Bord des deutschen Rettungsschiffes „Sea-Watch 4“ haben am Mittwoch den Hafen von Palermo erreicht. Sie gingen danach auf ein Schiff zur präventiven Quarantäne, berichtete die NGO Sea Watch, die Betreiberin des Schiffes. Die Menschen seien erschöpft, nachdem sie fast zwei Wochen auf See verbringen mussten.

Die NGO dankte der Gemeinde Palermo für die Unterstützung. Die sizilianische Hauptstadt gehöre dem humanitären Bündnis „United for Rescue“ an, die das Projekt der „Sea-Watch 4“ ins Leben gerufen hatte, sagte die Sprecherin der NGO, Giorgia Linardi. Die Mitte August ausgelaufene „Sea-Watch 4“ wird von einem Bündnis aus 550 Organisationen getragen, allen voran von der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), von Gewerkschaften, Firmen und NGOs wie der österreichischen „Jugend Eine Welt“, jedoch auch von kleineren katholischen Gemeinden und der Schweizer Bischofskonferenz.

Regierungschef Giuseppe Conte traf am Mittwoch mit Lampedusas Bürgermeister Salvatore Martello und dem sizilianischen Präsidenten Nello Musumeci zusammen, um über die Migrationsproblematik zu diskutieren. Er versprach Lampedusa finanzielle Unterstützung. So sollen vor allem der Tourismus und die Fischerei gefördert werden.

Vor Beginn des Treffens demonstrierten Parlamentarier der rechten Lega vor der Abgeordnetenkammer in Rom gegen die zunehmende Zahl von Flüchtlingsankünften in den letzten Wochen. Die Parlamentarier der Lega forderten ein Treffen mit Conte.

Nach Medienberichten erhält die mit starken Migrationsbewegungen konfrontierte süditalienischen Insel Unterstützung aus Rom. Bis Donnerstag sollen drei Quarantäneschiffe vor der Insel vor Anker liegen, um die im Flüchtlingslager Lampedusas untergebrachten Migranten aufzunehmen. Damit soll der überfüllte Hotspot entlastet werden.

Lampedusa ist seit Monaten mit einer steigenden Zahl von Ankommenden, vor allem aus Tunesien, konfrontiert. 19.379 Geflüchtete sind seit Anfang 2020 in Italien nach Fahrten über das Mittelmeer eingetroffen, teilte das Innenministerium in Rom mit. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 5.253.


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