Nachlass von verschollenem Künstler lag in alter Truhe

Zeichnungen von Joseph Pfandler sind im Fließer Kulturgasthof Weißes Kreuz zu sehen.
© Wenzel

Fließ – Was verbirgt sich in einer verstaubten Holzkiste im Keller eines alten Land­ecker Hauses? Das wollte Schauspielerin Daria Trenkwalder 2012 wissen, als sie auf die „Schatztruhe“ stieß. Ihre Neugierde wurde belohnt: Kein Goldschatz, aber Porträt- und Aktzeichnungen sowie Briefe des in den USA verschollenen Künstlers Joseph Pfandler, der 1824 in Fließ/Niedergallmigg zu Welt kam. „Ich habe ihn nur aus überlieferten Erzählungen seiner Schwester Anna Elisabeth gekannt.“ Schilderungen habe sie jedoch kaum Beachtung geschenkt.

Die Bilder fanden sich in großen Papierrollen und waren in schlechtem Zustand. „Pfandler hat relativ wenig hinterlassen“, sagte Walter Stefan, Betreiber des Fließer Kulturgasthauses Weißes Kreuz, wo derzeit einige der Fundstücke zu sehen sind. Altbürgermeister Alois Kolp sowie dem Künstler Othmar Kröll, beide aus Pians, sowie der Landecker Familie Thöni (Hausbesitzer) ist es zu verdanken, dass die desolaten Bilder gerettet werden konnten. „Wir haben sie getrocknet, geglättet, aufgezogen und gerahmt“, erzählte Kröll.

Wie der Genremaler Mathias Schmid (1835–1923) aus dem Paznaun kam Pfandler ebenfalls nach München. Dort wurde er 1849 als „Hospitant für Freihandzeichnen“ an der Polytechnischen Schule vorgemerkt. Danach war er Schüler an der Königlichen Akademie der bildenden Künste. 1862 schuf er u. a. das Altarbild der Fließer Maaßkirche.

Ein Freund Pfandlers, der in die USA (Ohio) ausgewandert war, schrieb ihm, er solle auch „nach drüben kommen“. Vermutlich folgte er dem Ruf des Freundes. In den USA verliert sich die Spur Pfandlers, das Todesjahr ist unbekannt.

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Die Ausstellung ist an drei Sonntagen (13./20./27. September) von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr geöffnet. (hwe)


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